Weihnachten am anderen Ende der Welt // Christmas at the other end of the world

Valparaiso

Am 22 Dezember kamen wir mit dem Nachtbus von Puerto Montt in Valparaiso an. Der Bus war zwar sehr modern und gut ausgestattet für eine Nachtfahrt, aber dennoch waren wir ziemlich müde als wir in Valparaiso ankamen. Glücklicherweise durften wir recht schnell ins Zimmer einchecken und konnten uns noch etwas ausruhen. Die Temperaturen in Valparaiso waren bei rund 25° angenehm sommerlich. Am Nachmittag schlenderten wir nur gemütlich durch die kleinen Strassen des touristischen Viertels Cerro Alegre und genossen das warme Wetter.

Am nächsten Vormittag entschieden wir uns spontan eine geführte Stadttour zu machen, welche täglich gratis angeboten werden. Während drei Stunden wurden wir sowohl durch die «Unterstadt» mit dem grossen Hafen und dem Hauptsitz der chilenischen Marine geführt, als auch durch die «Oberstadt» mit den vielen kleinen Gässchen. Da Valparaiso aus mehreren Hügeln (Cerros genannt) besteht, findet man überall in der Stadt verteilt kleine Standseilbahnen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören und zum Teil aufwendig restauriert wurden. Während unserer City-Tour nahmen wir auch zwei dieser «Ascensores» und konnten, einmal oben angekommen, einen Blick auf die bunte Stadt und den Hafen werfen. Valparaiso gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles und man findet unzählige Kunstgalerien sowie Streetart an jeder Ecke.

Nach der City Tour zogen wir dann vom Hostel in ein etwas schickeres Hotel um, welches wir uns zu Weihnachten gönnen wollten. Das Hotel lag etwas ausserhalb des Zentrums, dafür gab es aber eine Dachterrasse mit Blick auf die ganze Stadt.

Whirlpool des Hotels mit Aussicht auf die Stadt

Für uns war es das erste Mal Weihnachten so weit von Familie und Freunden zu feiern. Daher wollten wir auch ein kleines Stück Heimat geniessen und reservierten einen Tisch im ViaVia Chile Valparaíso, einem belgischen Bistro für Heiligabend. Das Bistro gehört Lidice und Gerrit, die eigentlich über Weihnachten schliessen wollten. Als wir sie aber hörten, dass wir auch aus Belgien kommen, schlugen sie uns kurzerhand vor nur für uns aufzumachen und zu kochen 😊

Leider erschütterten an dem Tag auch heftige Brände Teile der Stadt. Gewisse Ortschaften wurden evakuiert und wir erfuhren später, dass viele Häuser zerstört wurden. Wir konnten die riesige Rauchwolke von Balkon unseres Hotelzimmers sehen. In der ganzen Stadt hörte man Sirenen und irgendwann im Nachmittag fielen Strom und Wasser komplett aus. Glücklicherweise konnten die Brände aber bis zum nächsten Tag unter Kontrolle gebracht werden. Für die betroffenen Menschen, die ausgerechnet an Weihnachten ihr Haus durch die Brände verloren, ist es natürlich schrecklich!


Die riesige Rauchwolke, die am 24.12 über die Stadt zog

Am Abend machten wir uns also auf den Weg in das belgische Restaurant, um ein bisschen Heiligabend zu feiern. Zu dem Zeitpunkt war der Strom noch immer ausgefallen und Gerrit teilte uns mit, dass er unter den Umständen leider keine Fritten oder Käsekroketten machen könne. Wir bestellten also erstmal ein gutes belgisches Bier auf der schönen Terrasse des Restaurants.

Ein bisschen Heimatgefühl mit gutem belgischem Bier

Knapp eine halbe Stunde später kam dann der Strom in der ganzen Stadt zurück…und wir bekamen unsere langersehnten belgischen Fritten mit Käsekroketten 😊 Auf diese erfreuliche Nachricht tranken wir noch ein paar weitere Biere und quatschten bis zu später Stunde mit Lidice und Gerrit. Es war also doch noch ein gelungener Heiligabend, auch wenn etwas anders als üblich.

Gruppenfoto mit Lidice und Gerrit vom Via Via Restaurant

La Serena

Am ersten Weihnachtstag verbrachten wir die meiste Zeit im Bus weiter nach la Serena. Dort wollten wir 2-3 Strandtage einlegen. Wir kamen in einem netten kleinen Guesthouse unter, wo wir prompt von der Grossmutter der Familie eingeladen wurden, den Weihnachtsdessert mit zu essen 😊.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir sehr entspannt am Strand oder im schönen Garten des Guesthouses.

Am Samstag den 28 Dezember ging es dann abends weiter mit dem Nachtbus nach San Pedro de Atacama (insgesamt 18 Stunden Fahrt mit Umstieg). Die Fahrt war aber leider nicht sehr erholsam, weil die Klimaanlage des Busses nicht wirklich funktionierte und es viel zu warm zum Schlafen war. Daher waren wir ziemlich gerädert als wir dann am nächsten Tag um die Mittagszeit in San Pedro ankamen. Dort wurden wir fast erschlagen von der Hitze in dem kleinen Wüstendorf, welches bereits auf 2500 Metern liegt. Wir suchten uns nur noch eine Unterkunft und machten ein paar Einkäufe, bevor wir früh abends todmüde ins Bett fielen.

Wir hatten ja noch den ganzen nächsten Tag (30/12) um das Dörfchen zu erkunden. Dies machten wir dann auch und uns fiel direkt auf, dass der Ort wohl ausschliesslich vom Tourismus lebt, denn das Dorf besteht nur aus Restaurants, Bars, Souvenirläden und Büros der unzähligen Tourenanbietern. Von San Pedro de Atacama aus kann man, wie es der Name des Ortes erraten lässt, Touren in die Atacama-Wüste oder in die Uyuni-Wüste machen. Wir beschlossen über Silvester eine 3-Tagestour in die Uyuni Wüste zu machen, welche bereits zu Bolivien gehört und anschliessend in Bolivien zu bleiben.

Wie unser Jahreswechsel in der Wüste war erfahrt ihr dann im nächsten Bericht!

Valparaiso

Two days before Christmas we arrived in Valparaiso by night bus from Puerto Montt. Although the bus was very modern and well equipped for a night trip, we were still pretty tired when we arrived in Valparaiso. Fortunately, we were allowed to check in early and could relax a little. The temperatures in Valparaiso were pleasantly warm (approximately 25°). In the afternoon we just strolled through the small streets of the touristic quarter Cerro Alegre and enjoyed the warm weather.

The next morning, we decided to do join a free guided city tour, which is offered daily. During three hours we were guided through the lower part of the town with the big harbor and the headquarters of the Chilean Navy, as well as through the “upper town” with its numerous small alleys. Since Valparaiso consists of several hills (called Cerros), you can find small funiculars all over the city, which belong to the UNESCO World Heritage Site and which have been restored extensively. During our city tour we also took two of these “Ascensores” and, once we reached the top, we could have a look at the colorful city and the harbor. Valparaiso is considered as the cultural capital of Chile and you can find countless art galleries and street art at every corner.

After the city tour we moved from the hostel to a slightly better hotel, which we wanted to treat ourselves to for Christmas. The hotel was a little bit outside of the center, but there was a roof terrace with a view over the whole city as well as a hot tub to relax.

It was the first time for us to celebrate Christmas so far away from family and friends. Therefore, we wanted to enjoy a little bit of home feeling and reserved a table in the ViaVia Chile Valparaíso, a Belgian bistro for the Christmas Eve. The bistro belongs to Lidice and Gerrit, who planned to close the restaurant for Christmas. But when they heard that we are from Belgium, they decided to open and cook just for us 😊

Unfortunately, heavy fires also shook parts of the city that day. Some quarters were evacuated and we learned later that many houses were destroyed. We could see the huge cloud of smoke from the balcony of our hotel room. Sirens could be heard all over the city and in the afternoon electricity and water completely failed. Fortunately, the fires were under control the next day. For the affected people who lost their homes in the fires on Christmas, it is of course terrible!

In the evening we went to the Via Via restaurant to celebrate the Christmas Eve. At that time the electricity was still out and Gerrit told us that unfortunately he couldn’t make Belgian fries or cheese croquettes under these circumstances. We first ordered a good Belgian beer on the nice terrace of the restaurant.

About half an hour later the electricity came back all over the city…and we got our long-awaited Belgian fries with cheese croquettes 😊. To celebrate this good news, we drank some more beers and had a nice chat with Lidice and Gerrit until late in the evening. It was a successful Christmas Eve after all, even if a little bit different than usual.

La Serena

The 25th of December we spent most of the time in the bus on to la Serena. There we wanted to spend 2-3 beach days. We stayed in a nice little guesthouse, where we were promptly invited by the grandmother of the family to join for the Christmas dessert 😊.

The next two days we spent relaxing at the beach or in the beautiful garden of the guesthouse.

On Saturday, December 28th, we continued in the evening with the night bus to San Pedro de Atacama. Unfortunately, the trip was not very relaxing as the air conditioning of the bus did not really work and it was way too warm to sleep. We were pretty exhausted when we arrived in San Pedro the next day at noon after 18 hours of bus. The small desert village lies already at 2500 meters height. We just looked for a decent place to stay and did some shopping before we fell into bed early in the evening as we were both completely exhausted.

We still had the whole next day (30/12) to explore the village.  We noticed that the village seems to live from tourism only, because it mainly consists of restaurants, bars, souvenir shops and offices of countless tour operators. San Pedro de Atacama is the starting point for tours into the Atacama Desert or into the Uyuni Desert (which already is part of Bolivia). We decided to make a 3-day tour into the Uyuni Desert over New Year’s Eve and then to stay in Bolivia.

We will tell you in our next post how we celebrated new year’s eve in the desert!