Entlang der Carretera Austral // Discovering the Carretera Austral

Reminder – English version at the bottom of the page

Wie im letzten Artikel beschrieben, waren wir heilfroh, als wir endlich in Villa O’Higgins angekommen waren (da das Boot auf sich warten liess). Nach vier Tagen Zwangsdiät waren unseren ersten Amtshandlungen das Einkaufen von Leckereien im örtlichen «Supermarkt», sowie einen guten Kaffee zu trinken. Wir wollten erstmal eine Nacht in Villa O’Higgins bleiben, und es am nächsten Tag mit Autostopp weiter nach Norden versuchen.

Villa O Higgins – der Start der Carretera Austral

Für viele das Ende, in unserem Fall der Beginn des Abenteuers entlang der Carretera Austral

Als wir vor dem Campingplatz standen, kamen uns Clement und Emma entgegen, ein belgisch-französisches Pärchen, das wir während den vier Tagen auf dem Camping kennen gelernt hatten. Sie fragten uns, ob wir Lust hätten für eine Nacht eine «Cabaña» zu teilen. Wir hatten eigentlich geplant wieder zu zelten, doch nachdem wir die urige Hütte mit 2 Schlafzimmern, eigener Küche und Wohnzimmer mit Holzofen gesehen hatten, haben wir uns stattdessen für einen gemütlichen Abend im Warmen entschieden. Somit verbrachten wir einen lustigen Abend zu viert und das Aufstehen am nächsten Morgen fiel uns etwas schwerer als üblich 😉.

Ein gemütlicher Abend zu viert!

Trotzdem schafften wir es am nächsten Morgen gegen acht Uhr das Haus zu verlassen, da wir zeitig Autos abfangen wollten. Manuel sprach noch auf dem Campingplatz zwei Mädels an, die gerade ihr Auto am Beladen waren. Glücklicherweise fuhren die zwei genau zu unserem Tagesziel – Cochrane, eine kleine Stadt etwa 250km nördlich – und waren gewillt uns mitzunehmen. Beim Losfahren wurde uns klar, was wir damit für ein Glück gehabt hatten: andere Backpacker, welche mit uns die vier Tage auf dem Camping waren, hatten es schon am Vortag vergeblich versucht und standen auch heute wieder seit sechs Uhr morgens am Strassenrand. Wir erfuhren später, dass viele von Ihnen auch an dem Tag keine Fahrt gefunden hatten, und daher auf den Bus am nächsten Tag warten mussten. Da Villa O’Higgins eine Sackgasse ist, und die nächste Stadt Cochrane so weit entfernt ist, kommt dort unten nun mal fast kein Auto vorbei (und der Bus fährt auch nur zweimal pro Woche…).

Die erste von mehreren Fähren entlang der Carretera Austral, die man zwingend nutzen muss, und daher oftmals gratis sind

Cochrane und Tamango Nationalpark

In Cochrane blieben wir zwei Tage, und machten dort eine Tageswanderung im Tamango Nationalpark. Wir wollten eigentlich eine gemütliche Wanderung machen, entschieden uns dann vor Ort aber doch für die längere Variante, sodass am Abend fast 30km auf der Uhr standen, da wir auch noch ins Dorf zurücklaufen mussten. Trotzdem hat es sich gelohnt, denn die Landschaft war sehr schön und anders als das bisherige Patagonien.

Das Wasser in dem See war so klar, das man problemlos den Boden erkennen kann
Ein Blick in die andere Richtung
Auf dem Rückweg haben wir noch dieses Kunstwerk entdeckt, eine Hand die eine Mate-Tasse hält

Marmorhöhlen in Puerto Rio Tranquilo

Unser nächstes Ziel sollte am nächsten Tag Puerto Rio Tranquilo sein, ein ähnlich verschlafenes Dörfchen wie Villa O’Higgins. Das Dorf liegt am General Carrera See, dem zweitgrössten See Südamerikas. Hier schauten wir uns während einer Kayaktour die Marmor Höhlen (Capillas de Marmol) an, die auf dem See liegen. Wir hatten uns auf Empfehlung für die (etwas teurere) Kayak-Variante entschieden, und wir waren an dem Tag zum Glück die zwei einzigen Kunden. Somit konnten wir uns die absolut spektakulären Steinformationen ganz in Ruhe und aus nächster Nähe anschauen.

Bereit für die Kayak-Tour
Auf dem Rückweg ins Dorf konnte man nochmal einen guten Blick auf den zweitgrössten See Südamerikas werfen

Wir nutzten die vergangenen Tage auch, um grob die kommenden Wochen zu planen. Da wir nun bereits 4 Wochen in Chile waren, und noch immer in Patagonien (im südlichen Teil des Landes) unterwegs waren, mussten wir entscheiden ob wir gegebenenfalls eines der noch geplanten Länder streichen müssten. Da wir dies beide vermeiden wollten, haben wir entschieden auf der Carretera Austral nicht jeden Nationalpark zu besuchen, denn das hätte problemlos nochmals zwei bis drei Wochen verschlungen.

Queulat Nationalpark

Somit war unsere nächste Station der «Queulat» Nationalpark. Wieder hatten wir Glück beim Autostopp, denn ein junger Argentinier nahm uns gleich die gesamte Strecke von Puerto Rio Tranquilo mit. Wir beide merken, dass uns die Gespräche auf Spanisch von Woche zu Woche einfacher von der Hand gehen. 😊

Kaum sassen wir im Auto, wurden wir auf einen Mate Tee eingeladen

Am nächsten Morgen ging es dann in einer relativ kurzen Wanderung hoch zu einem imposanten Hängegletscher, der Hauptattraktion dieses Parks. Auch wenn wir den Eintritt in den Park mit knapp 10 Euro pro Person als recht teuer empfanden, hat es sich unserer Meinung letztendlich doch gelohnt.

El Chaìten und Tamanago Nationalpark

Noch am gleichen Tag hangelten wir uns in mehreren Autofahrten vom Queulat Nationalpark nördlich nach El Chaiten. Wir fanden einen netten kleinen Campingplatz im Garten einer jungen Familie.

El Chaiten – ein typisches kleines Dörfchen entlang der Carretera Austral

Abends sassen wir zusammen mit einem französischen Pärchen im Essraum, und gaben uns gegenseitig Tipps für die nächsten Etappen, denn wir waren in die jeweils umgekehrte Richtung unterwegs. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag in den «Pumalin» Nationalpark starten für zwei bis drei Tage. Als wir aufwachten regnete es jedoch recht stark und wir konnten uns nicht motivieren alles nass einzupacken und später wieder im nass-kalten Wetter aufzubauen. Somit haben wir einen spontan einen Pause Tag mit Kaffee eingelegt.

Am nächsten Tag wurden wir dann wieder mit freundlicherem Wetter begrüsst, und somit konnte unser letzter Nationalpark Besuch in Patagonien starten. Die Landschaft und Vegetation dort ist sehr unterschiedlich zum südlichen Patagonien. Die Wälder hier kommen einem fast wie ein tropischer Dschungel vor, jedoch war die Temperatur noch immer angenehm mild.

Tageswanderung im Pumaling Nationalpark

Wir übernachteten auf dem Camping «El Volcan», der mitten im Park liegt. Der Grossteil des Parks gehörte in der Vergangenheit dem «The North Face» Gründer, und wurde erst vor wenigen Jahren an die chilenische Regierung übergeben. Vielleicht auch deswegen war der Campingplatz fast einer der Besten überhaupt, die wir in den gesamten fünf Wochen genutzt haben. Top gepflegt, jeder Zeltplatz hatte seine eigene kleine Hütte zum Kochen nebendran, und noch dazu gratis! Die Camp Mitarbeiter begrüssten einen beim Eintritt, gaben Tipps zu Wanderungen, und kamen später sogar nochmal vorbei gefahren um zu fragen, wie unsere Wanderung war. Wir konnten es kaum fassen!

Der Eingang des Campingplatzes – Englischer Rasen vor dem Haus
Und unser privater Camping spot 🙂

Am zweiten Tag kletterten wir auf den Krater des Vulkans «Chaiten», der zum letzten Mal 2008 ausgebrochen ist. Die verbrannten Baumstümpfe, die entlang des Weges rumstehen, geben ein beeindruckendes Bild ab.

Oben angekommen lernten wir eine niederländische Familie kennen, die uns nach der Rückkehr ins Tal netterweise mit zurück nach Chaiten genommen hat. Dort haben wir uns nur noch ausgeruht, denn am nächsten Tag ging es mit dem Bus in knapp 10 Stunden und mit drei verschiedenen Fähren nach Puerto Montt, dem nördlichen Ende der Carretera Austral.

Mit verschiedenen Fähren verlassen wir bei einer tollen Aussicht die Carretera Austral

Fazit unserer Patagonien Reise

Unser Patagonien Abenteuer ist somit nach fünf Wochen zu Ende. Auch wenn wir uns jetzt nochmal auf etwas andere Landschaften (und vor allem nochmal etwas wärmeres Wetter) freuen, war Patagonien für uns beide wohl landschaftlich das Highlight aller unserer bisherigen Reisen überhaupt. So viele verschiedene Landschaften und Vegetationen, die Tierwelt, und auch die Menschen hier mit ihrer Freundlichkeit und Gelassenheit haben uns tief beeindruckt, und für uns ist beide klar, dass wir die Gegend gerne noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt bereisen würden, denn es bleibt noch viel zu entdecken!

Nach sehr ereignisreichen Wochen mit viel Wandern, Zelten, Kochen auf dem Campingkocher und ständigen Ortswechseln, werden wir Weihnachten vier Tage in der ehemaligen Hauptstadt Chiles, Valparaíso, verbringen. Dort gönnen wir uns zum Erholen ein etwas schickeres Hotel als üblich, und haben sogar ein belgisches Restaurant gefunden, welches uns bekochen wird! 😊

Villa O Higgins – the start of the Carretera Austral

As mentioned in our last article, we were very happy when we finally arrived at Villa O’Higgins. After four days of forced dieting, our first tasks were shopping for treats in the local “supermarket” and drinking a good coffee. We wanted to stay one night in Villa O’Higgins and try to get a ride further north the next day.

We were standing in front of the campsite when Clement and Emma, a Belgian-French couple we had met during the four days on the campground, came towards us. They asked us if we would like to share a “cabaña” for one night. We had actually planned to camp in the tent again, but after we had seen the cozy cabin with 2 bedrooms, own kitchen and living room with wood stove, we decided instead for a cozy evening in the warmth. We spent a funny evening with them and getting up the next morning was a little bit more difficult than usual 😉.

Nevertheless, we managed to leave the house at about eight o’clock the next morning, because we wanted to catch cars early. Manuel approached two girls at the campsite, who were just loading their car. Luckily, they drove exactly to our destination for the day – Cochrane, a small town about 250km north – and were willing to give us a lift. While driving out of town, we realized how lucky we were: other backpackers who had been with us for the four days on the camping site had already tried in vain the day before and were standing at the side of the road again since six in the morning. We learned later that many of them hadn’t found a ride that day either, so we had to wait for the bus the next day. Since Villa O’Higgins is a dead end, and the next town Cochrane is so far away, there is almost no car coming down there (and the bus only runs twice a week…).

Cochrane and Tamango national park

We stayed in Cochrane for two days, and did a day hike in the Tamango National Park. We initially wanted to do an easy hike, but then we decided on the spot for the longer trail, so that we ended up walking almost 30km that day. Nevertheless, it was worth it, because the landscape was very beautiful and different than the previous Patagonia.

Marble caves in Puerto Rio Tranquilo

Out next destination was Puerto Rio Tranquilo, a similarly sleepy little village like Villa O’Higgins. The village is located at the General Carrera Lake, the second largest lake in South America. During a kayak tour we visited the marble caves (Capillas de Marmol), which are located on the lake. On recommendation we had chosen the (somewhat more expensive) kayak option, and luckily we were the only two customers that day. Thus we were able to see the absolutely spectacular rock formations very calmly and at close range.

We also used the past days to roughly plan the coming weeks. Since we had already been in Patagonia four about 4 weeks, and still in the southern part of the country, we had to decide whether we wanted to cancel one of the planned countries or speed up a little. Because we both wanted to avoid scrapping a country, we decided to speed up slightly and not to visit every national park along the road. This would have easily taken another two to three weeks.

Queulat national park

We therefore jumped straight to the “Queulat” national park. We were again luck with the hitchhiking. A young Argentinean took us immediately the whole distance of Puerto Rio Tranquilo with him. We also both notice that the conversations in Spanish are getting easier from week to week. 😊

The next morning, we went on a relatively short hike up to an impressive hanging glacier, the main attraction of this park. Even though we found the entrance fee to the park (about 10 euros per person) quite expensive, it was worth it in our opinion.

El Chaìten and Tamanago national park

After returning to the valley, we shuttled in several car trips from Queulat National Park north to El Chaiten the same day. We found a nice little campground in the garden of a young family. In the evening we sat together with a French couple in the dining room and gave each other tips for the next stages, because we were going in opposite directions.

We had planned to leave for “Pumalin” National Park for two to three days the next morning. But when we woke up it was raining quite strong and we motivate ourselves to pack everything in the rain and later on to set up again in the wet-cold weather. So we spontaneously decided for a rest day with coffee.

The next day was sunny again and so our last national park visit in Patagonia could start. The landscape and vegetation in northern Patagonia is very different from southern Patagonia. The forests here seem almost like a tropical jungle, but the temperature is still pleasantly mild.

We stayed overnight at the Camping “El Volcan”, which is located in the middle of the park. Most of the park belonged to “The North Face” founder in the past, and was handed over to the Chilean government only a few years ago. Maybe this is one of the reasons why the campground was almost one of the best we stayed at during the whole five weeks. Super well maintained, each campground had its own little hut for cooking next to it, and all of this for free! The camp staff welcomed us at the entrance, gave tips for hikes, and even drove by later to ask how our hike was. We could hardly believe it!

On the second day we climbed the crater of the volcano “Chaiten”, which erupted for the last time in 2008. The burnt tree stumps standing along the path gave an impressive picture.

At the top we met a Dutch family who kindly took us back to Chaiten after our return to the valley. The next day, we went by bus in about 10 hours and with three different ferries to Puerto Montt, the northern end of the Carretera Austral.

The end of our Patagonia adventure

Our Patagonia adventure has come to an end after five weeks. Even though we are now looking forward to different landscapes (and especially to warmer weather), Patagonia was the highlight of all our trips so far. The diverse flora and fauna here, as well as the people here with their friendliness and calmness have deeply impressed us. For both of us it is clear that we would like to visit the area again at a later time, because there is still a lot to discover!

After very busy weeks with lots of hiking, camping, cooking on the camping stove, we will spend Christmas four days in the former capital of Chile, Valparaíso. There we will relax in a hotel that is a little more chic than usual, and we even found a Belgian restaurant that will cook for us on Christmas eve! 😊

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