Perito Moreno und El Chaltén – das argentinische Patagonien

Reminder – English version at the bottom of the page

Mit dem Bus ging es also, einen Tag nachdem wir den Torres del Paine Trek beendet hatten, weiter in Richtung El Calafate, Argentinien. Das Reisen mit dem Bus verläuft hier unten – zumindest bisher – sehr angenehm. Die Busse sind komfortabel und sicher, und die Fahrten durch die schönen Landschaften sehr entspannt.

So fuhren wir nach knapp 2 Stunden über die Grenze von Chile nach Argentinien. Einmal alle aussteigen, Ausreisestempel aus Chile holen, wieder einsteigen. Vier Kilometer weiter das gleiche auf Argentinischer Seite mit dem Einreisestempel. Angekommen in El Calafate haben wir erstmal einen Ruhetag eingelegt, um uns von der Wanderung zu erholen. Die Stadt ist touristisch und kam uns recht aufgesetzt vor, daher haben wir uns hier nicht besonders wohl gefühlt.

Perito Moreno Gletscher

Am Tag drauf sind wir dann mit dem Bus zum Perito Moreno Gletscher gefahren. Der Gletscher ist touristisch voll erschlossen, man kann Bootstouren, Kajak, Gletscherbegehungen, etc. machen. Da dies für uns alles nicht in Frage kam, sind wir einfach das Ufer entlanggelaufen. Von den Terrassen, die dort gebaut wurden, hat man eine grandiose Aussicht.

Aussicht von den Terassen auf den riesen Gletscher
Einmal in voller Breite
Und nochmal…

Während knapp drei Stunden haben wir den riesigen Gletscher bestaunt, und man wartet förmlich darauf, dass Teile vom Gletscher krachend ins Wasser fallen. Da wir erst am Nachmittag da waren, war relativ wenig los, und die Sonneneinstrahlung sorgte dafür, dass wir dieses Spektakel mehrmals bestaunen durften.

Die Kälte, die der Gletscher ausstrahlt, sowie das andauernde Krachen und Knacken des Gletschers, lassen einen die Menschen um einen herum vergessen und man starrt nur gebannt auf das riesige Eisfeld.

Auch andere Gäste scheinen die Aussicht zu geniessen

Am Sonntag waren wir noch die «Laguna Nimez» gleich am Ortsrand von El Calafate besuchen, wo wir viele verschiedene Vögel – unter anderem Flamingos – in freier Natur bestaunen konnten.

El Chaltén

Nachdem wir von der Lagune zurückgekehrt sind, haben wir den Bus ins 3 Stunden entfernte El Chaltén genommen.

Ziemlich weit weg von zu Hause…

El Chaltén gibt es erst seit knapp 30 Jahren. Im Dorf ist jeder Einheimische irgendwie im Tourismus tätig, und alle Touristen sind zum Wandern oder Klettern hier. Auch wenn es ähnlich touristisch wie El Calafate ist, gefiel es uns beiden hier bedeutend besser. Die Stimmung unter den Touristen und auch Einheimischen war irgendwie entspannter.

Im Hintergrund begrüsst einen schon der Mount Fitz Roy

Wir fanden einen netten Campingplatz namens El Relincho, wo eine gute Stimmung herrschte und man mit anderen Reisenden ins Gespräch kam. Am nächsten Tag machten wir einige Besorgungen und vertrieben uns die Zeit mit Kaffee und Kuchen 😊 Am Nachmittag ging es wieder für drei Tage in die Berge. Vom Dorf aus wanderten wir drei Stunden hinauf zur Laguna Torre am Fusse des Cerro Torre. Der kleine Campingplatz im Wald war sogar kostenlos und lag direkt neben dem Aussichtspunkt auf die Lagune. Da wir relativ spät am Abend ankamen, machten wir uns nur noch unser Abendessen und gingen ins Bett.

Wanderung hoch zum Camping mit einem wahnsinns Panorama

Auch am nächsten Tag war das Wetter nach wie vor auf unserer Seite und bescherte uns einen strahlend blauen Himmel. Noch vor dem Frühstück gingen wir zum nahegelegenen Aussichtspunkt und genossen die Aussicht auf die Bergwelt fast ganz für uns alleine.

Die Lagune gegen sieben Uhr morgens – im Hintergrund der Cerro Torre

Anschliessend begaben wir uns zu unserem nächsten Ziel, dem Poincenot Camping, etwa 11 km entfernt. Dieser liegt direkt unterhalb des Lago de los Tres, von dem man eine gute Aussicht auf das Fitz Roy Massiv hat. Wir kamen bereits im frühen Nachmittag an, bauten unser Zelt auf und beschlossen am Ufer eines kleinen Baches zu entspannen.

Wanderung zum zweiten Camping – das Wetter war wie so oft in den vergangenen Wochen auf unserer Seite
Nach etwas Suchen fanden wir diesen herrlichen Platz zum Entspannen in der Sonne

Am nächsten Morgen standen wir bereits um halb vier auf, um den Sonnenaufgang am Lago de los Tres zu erleben. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen mit dieser Idee und es war regelrecht eine Prozession hoch zum Aussichtspunkt. Dennoch lohnte es sich allemal, denn beim Sonnenaufgang nimmt das Fitz Roy Massiv eine ganz besondere orangene Farbe an.

Sonnenaufgang gegen 5h30
Blick auf den Mount Fitz Roy der bereits leicht rot gefärbt ist. Davor die zugefrorene Lagune

Dort oben war es allerdings sehr kalt, und wir beschlossen nach einer halben Stunde wieder zurück zum Camping zu gehen, um zu frühstücken. Die Wanderung zurück nach El Chalten führte vorbei an einem grossen Hängegletscher (Piedras Blancas) und einer weiteren wunderschönen Lagune (Laguna Capri).

Noch ein wunderschöner Gletscher, den wir nur aus etwas grösserer Entfernung sehen konnten

Mittags waren wir dann wieder in El Chalten und schlugen unser Zelt wieder auf dem gleichen Campingplatz wie vor drei Tagen auf. Den Nachmittag nutzen wir zur Planung der nächsten Tage, zum Waschen und für einen guten Kaffee.

Über den Landweg zurück nach Chile

Da wir über den Landweg durch Chile wollten, mussten wir von El Chalten zum Lago del Desierto (etwa 40 km entfernt). Es gibt zwar einen Bus dorthin, aber wir wollten unser Glück mit Autostopp versuchen. Am Donnerstagmorgen stellten wir uns also mit einem Schild bewaffnet an den Strassenrand. Es fuhren zwar nicht viele Autos in diese Richtung, aber wir hatten Glück, denn nach etwas mehr als einer halben Stunde, nahm uns ein holländisches Pärchen mit, die dort einen Tagesausflug hin machten.

Am Lago del Desierto angekommen, wartete eine 12 km lange Wanderung entlang des Sees auf uns. Am nördlichen Ende des Sees befindet sich der argentinische Grenzposten und man kann dort direkt am See umsonst campen.

Am Südufer des Lago des Desierto und kurz vor dem Start der Wanderung

Die Wanderung war trotz des vielen Auf- und Ab sehr schön, denn man hatte eine super Aussicht auf einen Gletscher auf der gegenüberliegenden Seeseite.

Nachdem einer kleinen Flussüberquerung haben wir an dieser wunderschönen Stelle ein paar Minuten Halt gemacht

Gegen 16 Uhr kamen wir am Grenzposten an und entspannten noch etwas am See. Der Campingplatz war traumhaft idyllisch und ruhig. Auf der gesamten Wanderung waren wir nur 2 Amerikanern begegnet, die den gleichen Plan wie wir hatten, und somit unsere einzigen Nachbarn für die Nacht waren.

Die Grenzbeamten haben nicht den schlechtesten Arbeitsplatz erwischt! Im Hintergrund noch immer gut sichtbar (wenn auch inwischen knapp 50 km entfernt) der Mt. Fitz Roy
Siegerpose nach erledigter Arbeit

Freitagmorgen bekamen wir dann unseren Ausreisestempel von den argentinischen Grenzbeamten, bevor es dann auf chilenischer Seite weiterging. Insgesamt 22 km warteten auf uns bis zum nächsten Campingplatz Candelario Manchilla.

Die ersten Kilometer der Wanderung waren sehr kräftezehrend – Zum Glück waren wir im Gegensatz zu vielen anderen, die wir später noch treffen sollten, ohne Fahrrad unterwegs!
Auf dem Grenzstreifen zwischen Argentinien und Chile!
Nachdem unsere Landeinreise im Iran wenig erfolreich war, verlief hier alles ohne Probleme 🙂
Landebahn mitten im Nirgendwo…

Kurz vor dem Campingplatz befindet sich ebenfalls die Chilenische Grenzkontrolle, die uns dann wieder die Einreise gewährte. Von hier aus wollten wir Samstag ein Boot nehmen, um nach Villa O’Higgings zu gelangen.

Aussicht von der chilenischen Grenzkontrolle kurz vor dem Camping

Dort beginnt die Carreterra Austral, eine 1200 Kilometer lange Nationalstrasse durch einen entlegenen Teil des chilenischen Patagoniens. Leider ist diese Bootsfahrt sehr vom Wetter abhängig, sodass wir hier während 4 Tagen auf die Überfahrt warten mussten, da vorher kein Boot fuhr wegen des starken Windes.

Nach der Ankunft wurde erstmal entspannt und wir wurden von Hector (einem lokalen Guide der mit uns dort festsass) auf einen Mate Tee eingeladen. An den Geschmack muss man sich gewöhnen!

Von Tag zu Tag kamen mehr Leute auf dem sehr entlegenen Camping an, wo es weder Geschäfte, noch Handyempfang gibt. Da die meisten so wie wir nur für einen Reservetag Essen dabeihatten, wurde das Essen schnell knapp. Wir ernährten uns also hauptsächlich von Brot, Eiern, und Reis, welche wir bei der Besitzerin kaufen konnten. Die Stimmung in der Gruppe war trotz der misslichen Lage gut: es wurde gemeinsam von nicht verfügbaren Köstlichkeiten geträumt, Verschwörungstheorien diskutiert warum das Boot nicht kommt, oder auf dem nahegelegenen Fussballplatz der Polizei ein Fussballmatch ausgetragen.

Eine Fussballpartie auf dem Bolzplatz der Grenzwachen – bei gefühlten 80km/h Wind

Am Dienstagmorgen konnten wir dann endlich überfahren, und kamen am frühen Nachmittag in Villa O`Higgins an, dem südlichen Ende der Carreterra Austral. Auch wenn das Dorf nur 600 Einwohner und keine geteerte Strasse hat, waren wir froh endlich wieder in der «Zivilisation» angekommen zu sein.

One day after we had finished the Torres del Paine Trek, we took the bus heading to El Calafate, Argentina. Travelling by bus has been very pleasant so far here in Patagonia. The buses are comfortable and safe, and the journeys through the beautiful landscapes are very relaxed.

After about 2 hours we crossed the border from Chile to Argentina. Everyone has to get out of the bus, get the exit stamp from the Chilean border guards, an get in the bus again. Four kilometers further the same on Argentine side with the entry stamp. Arrived in El Calafate, we took our well-deserved rest day. The city is touristic and seemed a bit artificial to us, so we didn’t feel very comfortable here.

Perito Moreno Glaciar

The next day we took the bus to the Perito Moreno glacier. The glacier is a tourist hotspot with all services you can think of, boat tours, kayak, glacier walks, etc.. Since none of this was of interest for us, we simply walked along the shore. From the terraces that are built to walk along the glacier, one has a magnificent view.

During almost three hours we couldn’t take our eyes off the huge glacier, and one literally waits for big chunks of the glacier to fall into the water making huge noises. We decided to visit in the afternoon, so it wasn’t too busy and the strong sunshine that day made parts of the glacier crash into the water several times. The cold air that the glacier radiates, as well as the constant crackling and cracking of the glacier, make you forget the people around you and you just stare at the huge ice field non stop.

On Sunday we visited the “Laguna Nimez” right on the outskirts of El Calafate, where we could watch many different birds – among them flamingos – in the wild. After returning from the lagoon, we took the bus to El Chaltén, about 3 hours away.

El Chaltén

El Chaltén has only existed for some 30 years. In the village, every local is somehow active in tourism, and all tourists are here for hiking or climbing. Even though it is similar to El Calafate in terms of tourism, we both liked it much better here. The mood among the tourists and also the locals was somehow more relaxed.

We found a nice campsite called El Relincho, where there was a good atmosphere and one got into conversation with other travelers easily. The next day we did some errands and spent our time with coffee and cake 😊 In the afternoon we went into the mountains again for three days. From the village we did a three hour walk up to the Laguna Torre at the foot of the Cerro Torre. The small campsite in the forest is free of charge and was right next to the viewpoint of the lagoon. Since we arrived relatively late in the evening, we only made our dinner and went to bed.

The next day, the weather was still on our side and gave us a bright blue sky. Before breakfast we went to the nearby viewpoint and enjoyed the view of the mountains. Afterwards we went to our next destination, Poincenot Camping, about 11 km away. It is located directly below the Lago de los Tres, from where you have a good view of the Fitz Roy massif. We arrived early in the afternoon, set up our tent and decided to relax on the banks of a small stream.

The next morning, we got up at half past three to watch the sunrise at Lago de los Tres. We were obviously not the only ones with this idea and it was a procession up to the viewpoint. Nevertheless, it was worth it, because at sunrise the Fitz Roy massif takes on a very special orange color.

Up there it was freezing cold, so after about 30 minutes we decided to go back to the camping and have breakfast. The hike back down to El Chalten led us past a large hanging glacier (Piedras Blancas) and another beautiful lagoon (Laguna Capri). At noon we arrived in El Chalten and pitched our tent again on the same camping site as three days earlier. We use the afternoon for planning the next days, for washing and for a good coffee.

Overland back to Chile

Since our plan is to visit the region overland, we had to go from El Chalten north to Lago del Desierto (about 40 km away). A bus runs daily, , but we wanted to try our luck with hitchhiking again. Early Thursday morning we were standing at the road leading towards Lago del Desierto, waving at the very few cars passing us. After about 30 minutes, a Dutch couple took us with them.

Arrived at the Lago del Desierto, a 12 km long hike along the lake waited for us. At the northern end of the lake there is the Argentine border post and you can camp for free directly at the lake.

Despite the many ups and downs, the hike was very nice, as one had a great view to a glacier on the opposite side of the lake. After 5 hours of strenuous hiking and around 4pm, we arrived at the northern end of the lake and the border post and relaxed a bit at the lake. The campsite was idyllic and quiet. On the whole hike we had met only 2 Americans, who had the same plan as us, and thus were our only neighbors for the night.

Friday morning at 8am, we got our exit stamp from the Argentine border officials, before we continued towards the Chilean side. Altogether 22 km waited for us up to the next camping site Candelario Manchilla.

Shortly before the camping site is also the Chilean border control, which granted entry into Chile (again). From here we wanted to take a boat on Saturday to get to Villa O’Higgings. This village marks the start of the Carreterra Austral, a 1200 km long national road through a remote part of Chilean Patagonia. Unfortunately, this boat trip depends very much on the weather. Because of strong winds and high waves, we had to wait here for 4 days for the crossing.

From day to day more people arrived on the very remote camping site, where there are neither shops nor mobile phone reception. As most of them had only food for one spare day as we did, the food quickly became scarce. Everyone was on a “bread, eggs and rice” diet, which we could buy from the owner. The atmosphere in the group was good despite the unfortunate situation: we dreamed about unavailable delicacies, discussed conspiracy theories why the boat didn’t come, or played a football match on the nearby football field of the police.

On Tuesday morning the boat finally arrived, and we could transfer to Villa O’Higgins at the opposite side of the lake (the southern end of the Carretera Austral) in the early afternoon. Even though the village has only 600 inhabitants and no paved road, we were happy to be finally back in “civilization”.

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