Almaty und Umgebung // Almaty region

Wie in unserem letzten Bericht angedeutet, verbrachten wir eine Woche in Taraz, einer Stadt im Süden Kasachstans unweit der Grenze zu Kirgistan. Dort kamen wir bei Ilyas unter, den wir im Gegenzug für eine Gratis Unterkunft bei seinem Tourismusprojekt unterstützt haben. Wir halfen ihm, sein neu renoviertes Guesthouse auf Vordermann zu bringen für zukünftige Gäste und durften eine seiner Touristen-Touren mit ihm und seinen Freunden testen.

Wir hatten also die Gelegenheit die Gegend ein bisschen zu erkunden und nette Leute kennen zu lernen. Zudem hatten wir die Möglichkeit, in einer der Jurten (die überall in der Stadt verstreut stehen und als Art traditionelles Kaffee dienen) Kamel- und Pferdemilch zu probieren. Beides schmeckt sehr bitter und ungewohnt und so blieb es bei einem einmaligen Versuch 😊

Da es für uns aber nicht wirklich viel zu tun gab in Taraz, beschlossen wir nach einer Woche weiter nach Almaty zu reisen. Wir versuchten wieder unser Glück mit Autostopp und wurden auch kurzerhand von einem netten LKW-Fahrer mitgenommen, welcher sogar Bananen und Eis für uns gekauft hatte.

Almaty ist die ehemalige Hauptstadt Kazachstans, sehr westlich geprägt und die grösste Stadt des Landes. Dort kamen wir im European Backpackers Hostel unter, wo wir uns direkt sehr wohl fühlten. In dem ehemaligen Einfamilienhaus, welches zu einem kleinen Hostel umfunktioniert wurde, kamen wir direkt mit vielen anderen Reisenden ins Gespräch. Gemeinsam mit Tama und Dominik, einem Schweizer Pärchen aus Zürich, die ebenfalls länger reisen, verbrachten wir ein paar entspannte Tage in Almaty. Wir wanderten zusammen zum Big Almaty See, einem Stausee unweit der Stadt. Leider fing es an zu regnen als wir oben ankamen. Wir suchten also schnellstmöglich nach einer Mitfahrgelegenheit zurück in die Stadt. Glücklicherweise sprach uns eine Gruppe Studenten an, die gerade einen Ausflug zum See machten. Diese nahmen uns dann mit in ihrem Schulbus und wir wurden auf der gesamten Fahrt über die belgische Fussballmannschaft ausgefragt, da die Jungs sehr fussballbegeistert waren.

In der Stadt gibt es zudem viele grüne Parkanlagen zu erkunden und einen Attraktionspark namens Kok-Tobe, der auf einem Hügel direkt neben der Stadt liegt. Wir gingen dort zum Sonnenuntergang hin und genossen den Ausblick auf die ganze Stadt. Auf Anfrage von ein paar Hostelgästen gab Katia eine Yogastunde im kleinen Garten des Hostels.

Vergangenen Montag fuhren wir dann von Almaty weiter östlich zum Charyn Canyon. Franzi und Carina, zwei deutsche Mädels die wir im Hostel kennengelernt hatten, boten uns an uns mitzunehmen, da sie ein Auto gemietet hatten. Die Fahrt dauerte knapp drei Stunden bis sich uns ein ganz anderes Landschaftsbild eröffnete. Eine riesige Canyon-Landschaft mit einem kristallklaren blauen Fluss, der sich durch die Schlucht schlängelt. Direkt am Ufer des Flusses gibt es einen Eco-Park mit kleinen Bungalows und einem Zeltplatz zum Übernachten. Wir hatten uns in Almaty eine komplette Campingausrüstung ausgeliehen und schlugen nach einer kurzen Abkühlung im Fluss unser Zelt auf. Zusammen mit Franzi und Carina beschlossen wir am nächsten Morgen früh aufzustehen um den Sonnenaufgang anzuschauen. Um vier Uhr am nächsten Morgen klingelte der Wecker und wir kletterten mit Stirnlampen vom Tal aus auf einen kleinen Hügel, um den Sonnenaufgang über dem Canyon zu beobachten. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, denn wir wurden mit einem wahnsinnigen Ausblick belohnt. Auch während der Nacht waren wir kurz aufgestanden, um die Sterne zu beobachten. Da sich rundherum keinerlei Lichtquellen befanden, war der Sternenhimmel atemberaubend klar.

Als nächste Station steuerten wir die Kolsai Seen an. Hierbei handelt es sich um drei Bergseen im Tian Shan Gebirge. Auch hierhin nahmen uns Franzi und Carina netterweise mit. Wir zelteten zwei Tage direkt am ersten der drei Seen, umgeben von einem wunderschönen Bergpanorama, welches stark an die Alpen erinnerte und ein bisschen Schweiz-Gefühl aufkommen liess 😊.

Am nächsten Morgen wanderten wir gemeinsam mit den zwei Mädels hoch zum zweiten Kolsai See und weiter bis kurz vor den dritten. Dort wurden wir aber von einer Grenzwache angehalten und nach unseren Reisepässen gefragt. Da es schon recht spät war und wir nicht alle unsere Reisepässe dabeihatten, beschlossen wir dort kehrt zu machen und zurück zu wandern. Insgesamt waren es dann doch 18 km mit 1000 Höhenmetern und wir waren ziemlich erschöpft als wir gegen 18 Uhr wieder unseren Campingplatz erreichten. Dort angekommen, hatten sich zwei Jungs neben unserem Zelt eingerichtet. Die beiden sprachen uns an und es stellte sich heraus, dass sie aus Belgien und Frankreich kamen. Wir haben uns den Abend mit ihnen ausgetauscht, sind jedoch zeitig ins Bett da wir beide recht müde vom Tag waren. Anton und Nicolas haben wir dann später auch nochmal im European Backpacker Hostel getroffen, welches wir ihnen empfohlen hatten.

Am nächsten Tag sind wir dann aufgebrochen um den nächsten See anzusteuern. Der Kaindy See liegt Luftlinie nur etwa 10km von den Kolsai Seen entfernt, man muss jedoch komplett zurück ins Tal fahren und dann einen Geländewagen organisieren, da die Strasse zum See nicht befestigt ist. Wir hatten zwar am Vorabend telefonisch einen Geländewagen inklusive Fahrer organisiert, leider konnten wir diesen jedoch nicht finden. Dies war wohl einem Herr, der in unserer Nähe stand aufgefallen, und er bot uns an uns zu dem See zu fahren. Nach kurzem (obligatorischem) Verhandeln hatten wir uns geeinigt, und keine 2 Minuten später kam ein Freund von ihm in einem geschätzt 50 Jahre alten russischen 4×4 angefahren. Die Fahrt hinauf zum See war für uns alle ein Abenteuer, denn der Fahrer schien nichts von «langsam über die Hindernisse fahren» zu halten. Somit wurden wir ziemlich durch den Jeep geschleudert. Die Melone, die wir im Tal für unser Picknick gekauft hatten, hat die Fahrt erstaunlicherweise unbeschadet überlebt 😊 Der Fahrer schien das sehr lustig zu finden, denn er grinste die ganze Zeit über beide Ohren und sagte nur «Extreme, Extreme».

Der See ist wirklich beeindruckend, da seit der Flutung die Bäume noch immer senkrecht im Wasser stehen. Leider war dort, im Gegensatz zu den Kolsai Seen, viel los. Somit hatten wir nach einer knappen Stunde genug gesehen und haben die Heimreise mit einer weiteren abenteuerlichen Fahrt zurück ins Tal angetreten.

Da Manuels Wanderschuhe bei der Wanderung komplett kaputt gegangen sind und wir kein Essen mehr hatten, mussten wir für eine Nacht zurück nach Almaty. Dort haben wir uns am nächsten Tag mit neuem Proviant sowie Wanderschuhen für Manuel eingedeckt, bevor wir am Abend unseren nächsten Ausflug starteten.

Ziel war diesmal eine Bergkette südlich von Almaty. Die Stadt liegt direkt am Ile-Alatau Nationalpark mit mehreren 4000ern, welcher innerhalb von 30 Minuten mit dem Bus erreichbar sind. Am Abend sind wir noch etwa 2 Stunden gewandert bevor wir auf 2200m Höhe unser Zelt aufgebaut haben. Am nächsten Tag stand dann eine grosse Wanderung mit 2 Gipfeln und somit vielen Höhenmetern an. Die Landschaften haben aber für die Mühen entlohnt, wie ihr selbst unten sehen könnt. Aufgefallen ist uns, mit welch einfacher Ausrüstung (wenn überhaupt vorhanden) die Kasachen sich teilweise in alpines Gelände begeben. In Trainingshose und Sneakers kam uns ein junger Mann entgegen der auf einen Felsen auf 4000m Höhe gestiegen war. Links und rechts des Weges ging es jeweils mehrere hundert Meter bergab. Wahrscheinlich sind wir in im Alpenraum doch ein wenig von den Marketingagenturen der Outdoormarken beeinflusst 😉

Nach einer Pause auf knapp 3400m Höhe ging es dann am Nachmittag hauptsächlich bergab, und wir bauten unser Zelt weiter unten auf. Nach einer durchfrorenen Nacht sind wir dann am nächsten Morgen nur noch Richtung Stadt zurückgelaufen und haben den Bus zum Hotel genommen.

Nun verbringen wir noch drei entspannte Tage in Almaty ohne grosses Programm. Wir müssen einige Sachen für China sowie die weitere Route vorbereiten. Ausserdem wollen wir nach den anstrengenden Wanderungen noch Energie tanken, bevor es am Mittwochabend (14/08) nach Peking geht. Am Montagabend waren wir bei Azamat und seiner Familie zum Abendessen eingeladen. Azamat hatte uns vor knapp zwei Wochen von Shymkent nach Taraz mitgenommen, und gesagt wir sollten uns doch nochmal treffen. Nachdem wir ihn und seine Familie vor einer Woche auf einen Kaffee getroffen hatten, wurden wir dann auch noch zu Ihnen nach Hause eingeladen. Wir verbrachten einen sehr lustigen Abend miteinander, Azamats Frau hatte für uns und ein paar weitere Freunde gekocht, und wir konnten uns vor lauter Essen kaum noch retten.

Für uns ist auch in Kazachstan, wie schon vorher und Georgien und dem Iran, die erlebte Gastfreundschaft wohl bisher die schönste Erfahrung auf dieser Reise. Von wildfremden Menschen wurden wir nach Hause eingeladen und mit Essen oder sonstigen beschenkt, einfach nur damit wir etwas Zeit mit ihnen verbringen und uns mit ihnen auszutauschen. Wir selber wären vorher wohl niemals so offen auf wildfremde Touristen in der Heimat zugegangen, wie wir es bisher erleben durften.

As mentioned in our last post, we spent a week in Taraz, a town in southern Kazakhstan not far from the border with Kyrgyzstan. There we stayed with Ilyas, whom we supported with his tourism project in return for free accommodation. We helped him to renovate his guesthouse for future guests and tested one of his tourist tours with him and his friends. We had the opportunity to explore the area  and meet nice people. We also had the opportunity to try camel and horse milk in one of the yurts (which are scattered all over the city and serve as a kind of traditional coffee place). Both tasted very bitter and unfamiliar and so it remained a unique attempt 😊.

Since there wasn’t really much for us to do in Taraz, we decided to move on to Almaty after one week. We tried our luck again by hitchhiking and it didn’t take long before a big truck stopped for us and the driver was happy to give us a ride. He even bought bananas and ice cream for us!

Almaty is the former capital of Kazakhstan and the largest city of the country. One has the impression to be in a European/western city as it is very clean, there are a lot of new and modern buildings, and also the cars are quite new. We stayed at the European Backpackers Hostel, where we felt at home immediately. In the former family house, which has been converted into a small hostel, we met many other travelers. Together with Tama and Dominik, a Swiss couple from Zurich, who also travel long term, we spent a few relaxed days in Almaty. We hiked together to the Big Almaty Lake, a reservoir not far from the city. Unfortunately, it started raining when we arrived at the top. Therefore, we looked for a ride back to the city as soon as possible. Luckily, a group of students approached us who were also visiting the lake. They gave us a ride in their school bus and we were questioned about the Belgian football team during the whole trip, as the boys were very enthusiastic about football.

In the city there are also many green parks to explore and an attraction park called Kok-Tobe, which is located on a hill right next to the city. We went there for the sunset and enjoyed the view of the whole city. At the request of some hostel guests, Katia gave a yoga lesson in the small garden of the hostel.

Last Monday, we drove from Almaty further east to Charyn Canyon. Franzi and Carina, two German girls we met in the hostel, offered to take us as they had rented a car. The trip took about three hours until a completely different landscape opened up for us. A huge canyon landscape with a crystal-clear blue river winding through the gorge. Right at the bank of the river there is an eco-park with small bungalows and a campground for overnight stays. We had rented camping equipment in Almaty and after a short cooling down in the river we pitched our tent. Together with Franzi and Carina, we decided to get up early the next morning to watch the sunrise. At four in the morning the alarm clock rang and equipped with headlights we climbed from the valley onto a small hill to watch the sunrise over the canyon. Getting up early was worth it, as we were rewarded with an amazing view. We also got up during the night to watch the stars as there were no artificial light sources all around so the starry sky was breathtakingly clear.

Our next stop was the Kolsai Lakes. These are three mountain lakes in the Tian Shan mountain range. Franzi and Carina kindly took us here as well. We camped two days directly at the first of the three lakes, surrounded by a beautiful mountain panorama, which reminded us of the Alps and gave us a little bit of Switzerland feeling 😊.

The next morning and together with the two girls, we hiked up to the second Kolsai Lake and on until shortly before the third. But there we were stopped by a border guard and asked for our passports to be able to proceed. Since it was already quite late and we didn’t have all our passports with us, we decided to turn around and hike back. In total it was an 18 km hike with 1000 meters climbing, so we were quite exhausted when we reached our camping site around 6 PM. Once arrived there, two boys had set their tent next to ours. The two approached us and it turned out that they came from Belgium and France. We spent the evening with them, but went to bed early because we were both quite tired from the day. We met Anton and Nicolas again in the European Backpacker Hostel, which we had recommended to them.

The next day we left to head for the next lake. Kaindy Lake is only about 10km away from the Kolsai Lakes, but you have to drive back to the valley and then organize an off-road vehicle, as the road to the lake is not paved. We had organized an off-road vehicle including driver by telephone the evening before, but unfortunately the driver did not show up. A gentleman who stood in our proximity noticed this, and he offered us to drive to the lake. After short (obligatory) negotiation, we had reached an agreement, and less than 2 minutes later a friend of him arrived in a 50-year-old Russian 4×4. The trip up to the lake was an adventure for all of us, because the driver was driving quite fast despite the very bumpy road… In consequence, it was a very shaky ride to the lake. The melon that we had bought in the valley for our picnic at the lake survived the ride astonishingly unscathed 😊 The driver seemed to find all of that very funny. He was smiling the whole time and all he said was “extreme, extreme”.

The lake is really impressive, since the flooding that created the lake the trees still stand vertically in the water. Unfortunately, in contrast to the Kolsai lakes, it was very crowded. So, after about an hour we had seen enough and started our journey home with another adventurous trip back to the valley.

Since Manuel’s hiking boots had not survived the hike to the Kolsai lakes and we had no more food, we had to return to Almaty for one night. There we stocked up the next day with new provisions and hiking boots for Manuel, before we started our next trip in the evening.

Our destination this time was a mountain range south of Almaty. The city lies directly next to the Ile-Alatau National Park with several 4000m peaks, which can be reached within 30 minutes by bus. In the evening we walked about 2 hours before we pitched our tent at 2200m altitude. The next day we had a big hike with 2 peaks and lots of climbing. But the landscapes were worth the effort, as you can see above.

We were struck by the simple equipment (if any at all) with which the Kazakhs seem to hike into alpine terrain. In training pants and sneakers, a young man climbed a rock at 4000m altitude. To the left and to the right of the path he was going, there were steep cliffs. Probably we are a little bit influenced by the marketing agencies of the outdoor brands in the Alps 😉

After a break at about 3400m altitude we mainly went downhill in the afternoon and set up our tent further down. The night was rather cold and in the next morning we just walked back to the city to take the bus back to the hotel.

We spent three relaxed days in Almaty without much of a program. We have to prepare some things for China and countries after that. After the strenuous hikes we also want to recharge our batteries before we leave for Beijing on Wednesday evening (14/08). On Monday evening we were invited to dinner with Azamat and his family. Azamat had taken us from Shymkent to Taraz about two weeks ago, and insisted we should meet again. After meeting him and his family for coffee a week ago, we were invited to his home for dinner. We spent a very funny evening with them, Azamat’s wife had cooked for us and some other friends, and we could hardly save ourselves from all the food.

In Kazakhstan, like before and Georgia and Iran, the hospitality we have experienced so far is probably the most beautiful experience on this trip. We were invited home by strangers and given food or other presents. People wanted to spend some time together and have interesting discussions. We would probably never have approached foreign tourists in our home country as openly as we have experienced it already several times on our trip…

One thought on “Almaty und Umgebung // Almaty region

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s