Salaam, Salaam!

Wir sind nun seit ungefähr einer Woche im Iran und was soll man sagen ausser: wir sind überwältigt! Das Land und seine Menschen haben uns direkt in ihren Bann gezogen. Wie in unserem letzten Artikel beschrieben, war die Anreise ja etwas länger als geplant. Daher haben wir unseren ersten Tag in Teheran damit verbracht auszuschlafen und uns mit adäquater Kleidung auszustatten. Im Iran gilt nämlich die Scharia (islamische Ge- und Verbote für alle Lebensbereiche, unter anderem auch für die Kleidung) d.h. Männer müssen lange Hosen tragen und Frauen müssen zudem noch lange Ärmel sowie ein Kopftuch (Hijab) tragen. Bereits in den ersten Tagen haben wir allerdings gemerkt, dass die Kleiderordnung vor allem in der Hauptstadt etwas lockerer gesehen wird. Die jungen und modebewussten Iranerinnen versuchen geschickt ihre Grenzen zu testen und das Kopftuch rutscht dann doch oftmals recht tief runter 😊.

Unser Hostel (das Heritage Hostel), inmitten des Stadtzentrums gelegen, war eine richtige Ruhe Oase im Vergleich zu den hektischen und lauten Strassen Teherans. Das Verkehrschaos ist ähnlich wie in den grösseren Städten Südostasiens. Manuel war das schon von Vietnam und Bangkok gewöhnt, aber für mich (Katia) war dies eine Premiere und ich hatte jedes Mal das Gefühl, als hätte meine letzte Stunde geschlagen, als wir die Strasse überqueren mussten.

In den zwei übrigen Tagen in Teheran haben wir uns den Negarestan Garden sowie das Kamal-O-Molk Kunstmuseum angeschaut, welches interessante Gemälde von verschiedenen iranischen Künstlern ausstellt. Im gleichen Garten befindet sich das kleine Roohi Café, wo auch viele Einheimische mittags herkommen, um der heissen und verpesteten Stadtluft etwas zu entkommen.

Anschliessend ging es zum Grand Bazaar, wo man von Teppichen über Gewürze und Kupferpfannen alles erkaufen kann. Dort herrschte ein hektisches Treiben und man musste aufpassen, dass man von den umherlaufenden Warenschiebern mit ihren Karren nicht angefahren wurde. Als letztes stand der Golestan Palast auf dem Programm. Dieser diente bis 1925 als Regierungssitz der Monarchen, der sogenannten Kadscharen Dynastie. Anschliessend ist er nur noch für offizielle Anlässe genutzt worden. Der Palast mit seinen eindrücklichen Spiegelhallen und den wunderschönen Fliesenmosaikwänden im Innenhof war einen Besuch wert.

Am selben Abend haben wir uns sehr darauf gefreut mit Ladi und Sarah persisch essen zu gehen. Ladi ist die Cousine von Manuels ehemaliger Arbeitskollegin Elssa (die uns netterweise ganz viele Tipps für unsere Iranreise gegeben hat 😊). Manuel wurde dort in die Kunst des Kebab eingeführt und ich bekam leckeres «Mirza Ghazemi» (pürierte Aubergine mit Walnüssen). Zum Essen trinken die Iraner das sogenannte «Dugh», eine Mischung aus Milch, Molke, Wasser und Kräutern. Dies soll gut für die Verdauung sein. Oftmals wird hierfür Schafsmilch benutzt und daher ist der Geruch sehr gewöhnungsbedürftig. Bislang haben wir es nur geschafft, die Kuhmilchvariante herunterzuschlucken.

Am Mittwochnachmittag ging es dann von Teheran weiter mit dem Nachtzug nach Shiraz. Vor uns lag eine 15 Stündige Zugfahrt, da Shiraz mehr als 1000 km südlich von Teheran liegt. Als wir am Hauptbahnhof in Teheran ankamen, waren wir ein bisschen überfordert mit den ganzen Anzeigen und Schaltern, die alle nur auf Farsi beschriftet waren. Es sollte nicht lange dauern, da kam schon Sasan, ein junger Iraner aus Shiraz, auf uns zu und fragte ob er uns helfen könne. Es stellte sich heraus, dass er den gleichen Zug nehmen musste. Er nahm sich direkt unserer an, bestand darauf uns Proviant für die Zugfahrt zu besorgen und uns unsere Plätze im Zug zu zeigen. Er verhandelte sogar mit unserem Zugnachbarn die Plätze zu tauschen, damit er mit uns im gleichen Abteil sitzen konnte. Wir haben uns viel ausgetauscht über die iranische Kultur und Lebensweise (vor allem für junge Menschen wie ihn). Verglichen zu den georgischen und aserbaidschanischen Nachtzügen, sind die Züge im Iran recht luxuriös und modern und wir hatten eine angenehme Fahrt durch eindrückliche Wüstenlandschaften.

Donnerstagmorgen kamen wir dann in Shiraz an. Auf Empfehlung von unserem Hostel in Teheran, hatten wir in ein Zimmer dem kleinen Setayesh Art House (www.setayeshhouse.com) reserviert. Dort haben wir vier Nächte verbracht und uns von der ersten Minute an total wohl gefühlt. Manuel ging am ersten Nachmittag zum Barbershop (mit dem kreativen Namen «Ali Barber» 😊) und lief beim Hinausgehen Farhang in die Arme. Dieser sprach Manuel mit der Frage an, ob er Holländer sei. Es stellte sich heraus, dass Farhang halb Iraner/halb Holländer ist und jahrelang in Holland sowie in der Schweiz gelebt hat. Er bot uns an, uns am Abend etwas die Stadt zu zeigen. Gemeinsam mit Farhang und seiner Frau Negar gingen wir in den Eram und in den Afifabad Park. Beides sind wunderschöne Grünanlagen, die ehemals als Sommerhäuser der Shahs dienten. Zudem lud uns Farhang auf ein leckeres persisches Nudeleis ein, auch Faloodeh genannt. Hierbei handelt es sich um gefrorenes Sorbet aus Rosenwasser, Limetten, dünnen Reisnudeln und iranischem Kirschsirup.

Da es in Shiraz und der Umgebung sehr viele historische Sehenswürdigkeiten gibt, haben wir entschieden uns einen Guide zu gönnen. Azimeh, die Managerin des Hostels ist ebenfalls Tourist Guide und hat uns zwei Tage begleitet. Am Freitag ging es daher nach Persepolis, eine der Hauptstädte des ehemaligen Perserreiches (520 v. Christus errichtet) und heute UNESCO Welterbe. Die Wüstenstadt liegt circa 60 km von Shiraz entfernt. Von dort aus ging es weiter nach Naqsch-e Rostam (einer archäologischen Stätte, wo sich vier in steilen Felsen gemeisselte Gräber ehemaliger Perserkönige befinden) und nach Pasargadae (die erste Residenz des Perserreiches auf 1900 m Höhe inmitten des Zagrosgebirges gelegen). Zwischenzeitlich haben wir eine lange Mittagspause in einem kleinen abgelegen Guest House gemacht, um der heissen Mittagssonne zu entkommen. Dort wurde traditionelle persische Küche serviert. Nach dem Essen spielten die Besitzer persische Musik mit verschiedenen Instrumenten und ich (Katia) durfte sogar ein traditionelles Festkleid der iranischen Nomaden anziehen. Daraufhin folgte eine längere Fotosession 😊.

Samstag haben wir dann eine geführte Stadttour mit Azimeh durch Shiraz gemacht. Dort haben wir folgende Sehenswürdigkeiten besichtigt:

  • Nasir al Molk Moschee (auch pinke Moschee genannt)
  • Vakil Bazaar
  • Vakil Badehaus
  • Narengestan Garden
  • Festung Karim Kahn
  • Das Hafez Mausoleum
  • Shah-E-Cheragh Shrine

Jeff, der Cousin von Azimeh (unserer Tourguide) hat sich am Nachmittag unseren Besichtigungen angeschlossen und uns zum Sonnenuntergang auf einen Tee etwas ausserhalb der Stadt eingeladen. Dort gibt es ein Café, welches von Nomaden betrieben wird (namens Yourd Ashayer). Zudem haben wir auch Jeffy kennen gelernt. Jeffy ist eine kleine Puppe, die gemeinsam mit Jeff auf Reisen durch den Iran geht und somit den Tourismus im Iran fördern soll. Jeffs langfristiges Ziel ist es auch mit der Puppe den Iran ausserhalb des Landes zu promoten. Wir fanden dies eine super kreative Idee und haben mit Jeffy ein paar Fotos machen dürfen.

Am Sonntag haben wir dann nochmal einen Ruhetag eingelegt, um die weiteren Etappen im Iran zu planen. Hadi, der Besitzer des Hostels und zugleich auch Künstler, hat uns netterweise seine Kunstgalerie (welche sich in einem ehemaligen unterirdischen Wasserreservoir befindet) gezeigt. Gemeinsam mit ihm waren wir spontan auch auf einem kleineren Bazaar ein paar Zutaten für das Abendessen kaufen. Hadi hatte ein paar Freunde eingeladen zu einer Shirazi-Nacht, bei der gemeinsam gegessen und Musik gespielt wird. Netterweise hatte er uns auch hierzu eingeladen und so verbrachten wir einen netten Abend mit Hadi und seiner Familie und Freunden.

Auch ein süsses kleines Café (Sarebagh Café) haben wir in Shiraz entdeckt. Es gehört Farid, einem jungen Iraner, der Fussballfan ist und uns stolz erzählt hat, wie froh er ist, dass Marc Wilmots jetzt Irans Nationaltrainer ist 😊

Am meisten gefällt uns seit unserer Ankunft hier die Offenheit und Freundlichkeit der Iraner, die wirklich sympathisch und überhaupt nicht aufgesetzt wirkt. Man wird sofort als Europäer erkannt und gefühlt 15 Mal pro Tag mit «Hello, how are you? Where are you from?» angesprochen. Nachdem wir mit «Belgium» antworten ist die Rückmeldung meistens «Ahhh Eden Hazard». Und die Iraner, welche ein bisschen besser Englisch sprechen, wollen einem immer helfen oder ein paar nette Worte wechseln. So haben wir in den wenigen Tagen hier auch schon dementsprechend viele Bekanntschaften gemacht die in uns mit Sicherheit in Erinnerung bleiben werden!

Am Montagmittag ging es dann für uns weiter in die Wüstenstadt Yazd, wo wir 2-3 Tage verbringen wollen und unter anderem eine Nacht in der Wüste übernachten möchten.

Wie es sich in der Wüstenhitze so aushalten lässt berichten wir beim nächsten Mal.

Khoda Hafez!


Salaam, Salaam!

We have been in Iran for about a week now all we can say is: WOW! From the first moment (maybe except the border process), the country and its people have been super welcoming and we have enjoyed every minute since! As described in our last article, the journey into the country was a bit longer than planned. Therefore we spent our first day in Tehran sleeping and buying some appropriate clothing. In Iran the Sharia applies, i.e. men must wear long trousers and women must also wear long sleeves and a headscarf. But already in the first days we noticed that the dress code is a bit more relaxed, especially in the capital. The young and fashion-conscious Iranians test the limits of what is allowed and the headscarf often slides down quite low 😊.

Our hostel (the Heritage Hostel), located in the middle of the city centre, was the perfect place to calm down after an exhausting trip, compared to the hectic and noisy streets of Tehran. The traffic chaos is similar to the larger cities of Southeast Asia. Manuel knows this from Vietnam and Bangkok already, but for me (Katia) this was a premiere and every time we had to cross the street I thought I wouldn’t make it alive.

During the next two days in Tehran we visited the Negarestan Garden and the Kamal-O-Molk Art Museum, which exhibits interesting paintings by various Iranian artists. There is a small little café in the garden (Roohi Café), where many locals have their lunch and escape from the hot and polluted city.

Afterwards we went to the Grand Bazaar, where you can get everything from carpets to spices and copper pans. There was a hectic hustle and bustle and you had to be careful that you were not hit by the carts of the porters. Last on the agenda was the Golestan Palace. Until 1925 it served as the seat of government of the monarchs, the so-called Kajar dynasty. After that, it was only used for official occasions. The palace with its impressive mirror hall and the beautiful tiled mosaic walls in the inner courtyard was worth a visit.

On the same evening we were very much looking forward to having a Persian dinner with Ladi and Sarah. Ladi is the cousin of Manuel’s former colleague Elssa (who kindly gave us many tips for our trip to Iran 😊). Manuel was introduced to the art of kebab and I got delicious “Mirza Ghazemi” (pureed eggplant with walnuts). The Iranian drink the so-called “Dugh” with their meals, a mixture of milk, whey, water and herbs. This is said to be good for digestion. Often sheep’s milk is used for this and therefore the smell is quite intense. So far, we have only managed to drink the cow milk variant.

On Wednesday afternoon we went from Tehran to Shiraz by night train. We were getting ready for another 15 hour train ride, as Shiraz is more than 1000 km south of Tehran. When we arrived at the main station in Tehran, we were a bit overwhelmed by all the displays only showing in Persian. It shouldn’t take long until Sasan, a young Iranian from Shiraz, asked us if we needed help. It turned out that he had to take the same train. He helped us immediately, insisted on getting us supplies for the train ride and showing us our places in the train. He even negotiated with our train neighbor to change seats so that he could sit in the same compartment with us. We exchanged a lot about the Iranian culture and way of life (especially for young people like him). Compared to the Georgian and Azerbaijani night trains, the trains in Iran are quite modern and luxurious and we had a pleasant ride through impressive desert landscapes.

Thursday morning, we arrived in Shiraz. On recommendation of our hostel in Tehran, we had reserved a room in the small Setayesh Art House (www.setayeshhouse.com). We spent four nights there and felt totally comfortable from the first minute on. Manuel went to the barbershop the first afternoon (with the creative name “Ali Barber” 😊). On the way back to the Hostel, he ran into Farhang, who asked him if he was Dutch. It turned out that Farhang is half Iranian/half Dutch and has lived for years in Holland and Switzerland. He offered to show us the city in the evening. Together with Farhang and his wife Negar we went to the Eram and the Afifabad Park. Both are beautiful green areas that once served as summer houses for the Shahs. Farhang also invited us to a delicious Persian noodle ice cream, which is called Faloodeh. This is a frozen sorbet made from rose water, limes, thin rice noodles and Iranian cherry syrup.

Since there are many historical sites in Shiraz and the surrounding area, we decided to treat ourselves with a guide. Azimeh, the manager of the hostel is also a tourist guide and accompanied us for two days. On Friday we went to Persepolis, one of the capitals of the former Persian Empire (built 520 B.C.) and today a UNESCO World Heritage Site. The desert city is about 60 km away from Shiraz. From there we went on to Naqsch-e Rostam (an archaeological site with four tombs of former Persian kings carved into steep rocks) and to Pasargadae (the first residence of the Persian Empire at 1900 m altitude in the middle of the Zagros Mountains). Over lunch, we made a long lunch break in a small remote Guest House to escape the hot midday sun. Traditional Persian cuisine was served and after the meal the owners played Persian music with different instruments. I (Katia) was even allowed to put on a traditional festive dress of the Iranian nomads. What followed was a long and funny photo session in the dress😊.

Saturday we made a guided city tour through Shiraz. There we visited the following sights:

– Nasir al Molk Mosque (also called pink mosque)

– Vakil Bazaar

– Vakil Bathhouse

– Narengestan Garden

– Fortress Karim Kahn

– The Hafez Mausoleum

– Shah-E-Cheragh Shrine

Jeff, the cousin of Azimeh (our tour guide) joined us in the afternoon and invited us for a cup of tea outside the city at sunset. There is a café run by nomads (Yourd Ashayer). We also met Jeffy. Jeffy is a small doll who travels through Iran together with Jeff to promote tourism in Iran. Jeffs long term plan is to also promote Iran outside of the country, by travelling with the dull. We found this a super creative idea and were allowed to take some photos with Jeffy.

On Sunday we had another rest day to plan the next stages in Iran. Hadi, the owner of the hostel and artist at the same time, kindly showed us his art gallery (which is located in a former underground water reservoir). Together with him we spontaneously went to a smaller bazaar to buy some ingredients for dinner. Hadi had invited a few friends to a Shirazi night, where they ate together and played music. We had a nice evening with Hadi and his family and friends.

We also discovered a cute little café (Sarebagh Café) in Shiraz. It belongs to Farid, a young Iranian who is a football fan and proudly told us how happy he is that Marc Wilmots is now Iran’s national coach 😊

What we like most since our arrival here is the openness and friendliness of the Iranians, which is really likeable and not at all artificial. We are immediately recognized as a European and people come to us with “Hello, how are you? Where are you from?” at least 15 times per day. After we answer with “Belgium,” the feedback is mostly “Ahhh Eden Hazard”… And the Iranians, who speak a bit better English, always want to help or exchange a few nice words. It’s therefore not surprising that within just a week, we have already made many acquaintances here which will surely remain in our memory!

On Monday lunchtime we went on to the desert city Yazd, where we wanted to spend 2-3 days and afterwards spend one night camping in the desert. We will let you know in our next article how we managed to survive in this extreme desert heat.

Khoda Hafez!

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