How to get into Iran, or not!

Nach Georgien und Aserbaidschan (Baku haben wir spontan als Destination hinzugefügt) stand als nächstes Iran auf unserem Reiseprogramm. Auf dieses riesige Land sind wir beide ganz besonders gespannt (Iran zählt zu den 20 grössten und bevölkerungsreichsten Ländern der Erde). Obwohl in unseren Breitengeraden vor allem Negatives über das Land berichtet wird, wurde uns von mehreren Freunden von den tollen Landschaften und vor allem der Herzlichkeit der Leute berichtet. Daher nahmen wir es bei der Planung unserer Reise sofort mit auf die Liste  der Länder, die wir unbedingt bereisen möchten. Wir wollten uns uns selbst ein Bild von den Menschen, der persischen Kultur und der vielfältigen Natur dieses riesigen Landes machen.

Wir hatten in verschiedenen Foren gelesen, dass es wohl einige Leute erfolgreich ohne vorheriges Visum über die Landgrenze geschafft haben. Theoretisch gibt es das «Visa on arrival» nur am Flughafen in Teheran, was bedeutet, dass man für die Landesgrenzen vorab ein Visum über die Botschaft organisieren muss. Da wir jedoch nicht genau unser Einreisedatum kannten während wir in Georgien waren und so gut es geht unsere Flugmeilen reduzieren möchten, haben wir uns dazu entschieden unser Glück über den Landweg zu versuchen.

Daher sind wir am Samstag Abend in Baku in den Nachtzug nach Astara (an der aserbaidschanisch – iranischen Grenze) gestiegen, wo wir am morgen gegen acht Uhr ankamen. Gleich beim Aussteigen aus dem Zug sprangen gefühlt 20 Taxifahrer auf uns, die uns alle zur Grenze bringen wollten. Einer von ihnen hatte dann die Ehre, und er hat uns in seinem 50 Jahre alten russischen Kleinwagen die restlichen 4 Kilometer zur Grenze gefahren. Nach dem Grenzüberganng von Georgien nach Aserbaidschan, welcher zwei Tage vorher im Zug stattgefunden hatte, war dies für uns beide der erste wirkliche «Grenzübergang» in unserem Leben. Direkt an der Grenze herrschte ein buntes Treiben. Unzählige aserbaidschanische Damen und Herren reihten sich mit leeren Koffern und Taschen in die Warteschlange, um ins nächste iranische Grenzdorf zu gelangen. Man erklärte uns, dass durch die zurzeit hohe Inflation im Iran die Ware dort sehr günstig sei und daher täglich unzählige Menschen ihre Grosseinkäufe im Iran tätigen.

Die Ausreise aus Aserbaidschan ging problemlos, dann sind wir ein paar hundert Meter über eine Brücke gelaufen, hinein das iranische Zollgebäude, wo man uns sofort als Touristen erkannt hat und an allen anderen vorbeigeschleust hat, sodass wir sofort an der Reihe waren. Dort haben wir dann während etwa 30 Minuten versucht die Grenzbeamten zu überzeugen, mit uns den «Visa on arrival» Prozess durchzugehen. Obwohl uns zehn verschiedene Grenzbeamte helfen (oder zumindest etwas beitragen) wollten, wurden wir am Ende nach Aserbaidschan zurückgeschickt. In dem Moment waren wir beide natürlich ziemlich frustriert, da dies bedeutete dass wir zurück nach Baku und von dort irgendwie weiter schauen mussten.

Zurück in Astara haben wir also als allererstes ein kleines Café aufgesucht und wollten dort im Internet das Zugticket zurück nach Baku buchen. Als der Besitzer unsere Frage nach WiFi verneinte, meinte ein Gast zu uns er könnte uns «sein» Internet (per Hotspot) anbieten. Wir nahmen dankend an und während Katia nach eine Zugticket suchte, kam Manuel mit dem Mann (Shamil) ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass er Russe war und auf seinen Kollegen wartete, der den Kleinbus durch die Grenzkontrolle brachte. Die beiden waren auf dem Rückweg von Mekka nach Russland, sie hatten dort 2 Wochen während des Ramadan verbracht und nun hatten sie noch knapp 800 von 4000 Kilometern der Rückreise vor sich. Da sie eh an Baku vorbeifuhren, bot Shamil an uns mitzunehmen, wenn wir denn bereit waren etwas zu warten (er hatte keine Ahnung wie lange der Grenzübertritt mit dem Kleinbus dauern würde). Da die Alternative nur ein weiterer Nachtzug zurück nach Baku war, haben wir uns schnell dafür entschieden. Nach weiteren 4 Stunden und unzähligen Chai Tees,  kam sein Kollege Kamil dann endlich mit einem Mercedes Vito angefahren, der mit 5L Kanistern Mekka-Wasser vollgepackt war. Jedoch waren auf der Rückbank noch 2 Plätze für uns frei. Die zwei waren super nett, haben uns zu Essen und Tee bei einer Raststätte eingeladen, und waren sehr froh ihr Englisch mit uns zu üben. Im Auto haben wir dann noch für den gleichen Abend ein Flugticket von Teheran nach Baku und ein Hostel in Teheran gebucht.

Da das Auto wohl scheinbar Probleme mit dem Motor hatte, waren wir froh als wir nach knapp 4 Stunden Fahrt (für 250 km) trotzdem noch mehr als zeitig am Flughafen ankamen. Somit konnten wir uns dort noch kurz frisch machen und etwas essen.

Der Flug war mit 1h25 recht kurz, und als wir landeten war es bereits ein Uhr nachts und wir waren nun seit mehr als 24h auf den Beinen. Zu unserem Glück war am Flughafen zu der Zeit auch nicht viel los, und somit waren wir nach weiteren 45 Minuten durch den «Visa on arrival» – Prozess durch, welcher auch eine interessante Erfahrung war. Zuerst mussten wir einen Versicherungsnachweis zeigen, danach wurden wir zu einem Mann (Person 1) geschickt. Dort mussten wir ein kleines Papier ausfüllen. Dann schickte uns Person 1 zu einem anderen Schalter, wo wir bei Person 2 das Visum zahlen mussten. Danach mussten wir zurück zu Person 1 den Beleg zeigen, wonach dieser dann einer dritten  Person unsere Reisepässe gab. Nach etwas warten mussten wir dann zu Person 3 ein paar Fragen beantworten und uns dann wieder hinsetzen. Nach weiteren 5 Minuten rief Person drei uns dann zu sich und mit einem kurzen «you can go» wurden wir entlassen. Wir schlussfolgerten daraus, dass unser Visum wohl genehmigt wurde und mussten lachen bei dem Gedanken wie das ganze wohl im Chaos endet, wenn mehr als 5 Personen auf einmal ein Visum beantragen müssen.

Danach ging es nur noch weitere 45 Minuten mit dem Taxi in die Innenstadt und um 4 Uhr nachts waren wir dann endlich im Hostel und sind nach einer kurzen Dusche komplett übermüdet  ins Bett gefallen.

How to get into Iran, or not!

After Georgia and Azerbaijan (we added Baku spontaneously to our itinerary), the next country on our itinerary is Iran. We are both very excited to discover this huge country (it is among the 20 biggest countries on the planed in terms of size and population). Although you hear mostly negative reports about it in our region and media, several friends have told us about the great landscapes and especially about the hospitality of its people. Therefore, we immediately put it on the list of countries we absolutely want to visit when planning our trip a while ago. We wanted to get an idea of the people, the Persian culture and the diverse nature of this huge country.

We had read in various forums that some backpackers managed to cross the land border successfully without a visa. Theoretically the “Visa on arrival” process only works at the airport in Tehran, which means that one must organize a regular visa via the embassy for land border crossing ahead of time. Since we didn’t know our exact date of entry while we were in Georgia and traveling by train is way more ecologic than flying, we decided to try our luck to get a visa on arrival via land boarder.

For that reason, we took the night train to Astara (at the Azerbaijan – Iranian border) from Baku on Saturday evening, where we arrived around eight o’clock in the morning. As soon as we got off the train, 20 taxi drivers jumped on us offering taxi rides to the border. We randomly selected one of them and he drove us the remaining 4 kilometers to the border in his 50-year-old Russian car. After the border crossing from Georgia to Azerbaijan, which had taken place two days before on the train, this was the first real “border crossing” for both of us in our lives. The area in front of the border was buzzing. Countless Azerbaijani ladies and gentlemen lined up with empty suitcases and bags in the queue to get to the next Iranian border village. We were told that due to the high inflation of the Iranian Rial, the goods there are very cheap and therefore many people cross the border just for groceries shopping.

The departure from Azerbaijan went without problems, then we walked a few hundred meters over a bridge, into the Iranian customs building, where we were immediately recognized as tourists and instructed to pass the line, so that it was our turn immediately. We tried to convince the border guards to go through the “Visa on arrival” process with us for about 30 minutes. Although ten different border guards wanted to help us (or at least contribute something to the discussion), we were finally sent back to Azerbaijan. At that moment we were both quite frustrated obviously, as this meant that we had to travel back to Baku and from there somehow further.

Back in Astara village, we entered a small café in order to book the train ticket back to Baku online. When the owner denied our question about WiFi, the only guest in the café offered us “his” internet (via hotspot). We accepted gratefully and while Katia was looking for a train ticket, Manuel started to chat with the man (his name is Shamil). It turned out that he was Russian and was waiting for his friend to take the minibus through the border control. The two were on their way back from Mecca to Russia, they had spent 2 weeks there during the Ramadan and now they still had 800 of 4000 kilometers of the return journey ahead of them. Since they passed Baku anyway, Shamil offered to give us a ride if we were willing to wait a bit (he had no idea how long the border crossing with the minibus would take). Since the alternative was just another night train back to Baku, it was an easy decision. After another 4 hours and countless Chai teas, his friend Kamil finally arrived with a Mercedes Vito full of 5L canisters of Mecca water 😊. But on the back seat there were still 2 places available for us. The two were super nice, invited us for lunch and tea during a break, and were very happy to practice their English with us.

In the car we booked a flight ticket from Tehran to Baku and a hostel in Tehran for that same evening.

Since the car had some issues with the engine, we were happy when we arrived at the airport after about 4 hours (for about 250 kms). This meant plenty of time left to freshen up there and eat something.

The flight was quite short, and at landing it was already 1 o’clock at night and we were on the road for more than 24h already. Luckily there was not much going on at the airport at that time, and so after another 45 minutes we were through the “Visa on arrival” process, which was also an interesting experience. First, we had to show proof of medical insurance, then we were sent to a man (person 1). He gave us a small form that we had to fill out. Then he sent us to another counter, where we had to pay the visa with person 2. Then we had to show the receipt back to person 1, after which he gave our passports to a third person. After some waiting time, we had to answer a few questions to person 3 and then sit down again to wait. After another 5 minutes person 3 called us and with a short “you can go” we were released. We concluded that our visa had been approved and had to laugh imagining the chaos when more than 5 people had to apply for a visa at the same time.

After that we took a taxi to the city center which took another 45 minutes and at 4 o’clock at night we were finally in the hostel. After a short shower we fell into bed completely crushed. We will stay 2.5 days in Tehran and travel further south to Shiraz.

Find above some first impressions from Iran.

4 thoughts on “How to get into Iran, or not!

  1. Danke für diesen spannenden Blog! Iran reizt mich auch sehr, hätte ich auch bereist auf dieser Reise aber weil ich sowieso auch in die USA einreise hat es mich leider abgehalten…
    Weiterhin eine unvergessliche Reise euch beiden!

    Liked by 1 person

    1. Hallo Josia,

      Deine Reise ist in der Zwischenzeit beendet wenn ich mich recht erinnere? Ich hoffe du hattest auch einen tollen Trip!

      Danke für deinen Kommentar und vielleicht läuft man sich ja mal in der Schweiz über den Weg 😉

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      1. Hallo ihr beiden:)

        Das ist korrekt meine Weltreise 2019 hat geendet nach 80Tagen.
        Hier meine Homepage wo ich den Georgien Blog auch schon hochgeladen habe:
        http://www.70tageumdiewelt.ch

        machts gut auch in China, ich warte jeden neuen Blog von euch gespannt ab:)

        Lg aus romanshorn
        Josia Zaugg
        Insta: josia.zaugg & 70tageumdiewelt

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