Wandern im Grossen Kaukasus // Hiking in the Great Caucasus

Am Dienstag morgen haben wir Gori in Richtung Kazbegi verlassen. Dazu mussten wir erstmal mit der Marshrutka zurück nach Tiflis (da es leider keine direkte Verbindung gibt), und von dort weiter nach Kazbegi, was etwa drei Stunden von Tiflis entfernt an der russischen Grenze liegt. Die Fahrt ging vorbei an einem grossen Stausee und über einen 2400m hohen Pass.

Angekommen in Stepanzminda, so lautet der offizielle neue Name von Kazbegi, haben wir erstmal eine halbe Stunde das Guest House gesucht, da uns das Navi eine falsche Adresse angezeigt hatte. Am Ende haben wir es dann doch gefunden, und wir wurden sehr herzlich empfangen. Von der ersten Minute an wurden wir von der Gastgeberin Vera nur mit  «my lovely», «my dear», oder auch «my boy» angesprochen 😊. Den Rest des Tages haben wir dann bei leckerem Kaffee und Kuchen in einem alten Bus verbracht, welcher zu einem Café umgebaut wurde, und haben dabei die Wanderung für die nächsten Tage geplant.

Hier gab es guten Kaffee und leckeren Kuchen 🙂
Blick von Mestia auf die Gergeti Trinity Church und den Kasbek im Hintergrund

Am nächsten Morgen sind wir zeitig aufgestanden, denn es stand eine lange Wanderung mit vielen Höhenmetern auf dem Programm. Erstes Ziel war die Gergeti Trinity Church, das wohl meist fotografierte Objekt in Georgien. Die Kirche liegt unterhalb vom Kasbek, einem 5047m hohen Berg, der wirklich imposant oberhalb des Dorfes trohnt. Bis zur Kirche waren erstmal 400 Höhenmeter zu überwinden und wir kamen dort gegen 9 Uhr an (vor dem Touristenstrom, denn leider führt inzwischen eine Strasse direkt bis an die Kirche, sodass dort spätestens ab Mittag scharenweise Touristen herumlaufen). Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, denn scheinbar verhüllt der Berg meistens sein Gesicht, wir jedoch hatten den ganzen Tag Sonnenschein. Nach einer kurzen Pause mit herrlichem Ausblick auf das Dorf und den Berg sind wir weiter aufgestiegen Richtung Gletscher unterhalb des Berges. Unterwegs sind wir Ingrid und Thomas gestossen, ein älteres Pärchen aus Österreich, die uns mit «Grüss Gott» begrüsst haben. Gemeinsam haben wir dann den Rest des Aufstiegs – teilweise noch über grössere Schneefelder- bewältigt, und oben eine Pause mit grandiosem Ausblick auf den Gletscher und den Berg gemacht. Die beiden waren sehr nett und unterhaltsam, vor allem da Sie mit Ihrem Wohnmobil, einem 25 Jahre alten Jeep mit Wohnaufsatz, bereits in vielen Regionen auf der Welt unterwegs waren, und somit viel zu erzählen hatten. Da wir bis auf 3000m aufgestiegen sind (Kazbegi liegt auf 1800m), waren wir froh als wir gegen 15h wieder im Tal waren und den Rest des sonnigen Tages bei einem Stück Kuchen und einem Kaffee geniessen konnten.

Die zweite Wanderung in der Region führte uns am nächsten Morgen ins Truso Tal. Wir hatten am Vorabend mit einem Taxifahrer abgemacht, dass er uns um 8 Uhr abholen sollte, und waren gespannt ob es funktionieren würde. Da er selbst kein Englisch sprach, nutzten wir einen seiner Kollegen als Dolmetscher. Am nächsten Morgen standen wir dann wie vereinbart um 8 Uhr an der Strasse, doch niemand kam. Nachdem nun schon 15 Minuten nach der abgemachten Zeit vergangen waren, riefen wir ihn an. Er hat irgendwas ins Telefon gesprochen, was wir nicht verstanden und später als «ich komme» auf russisch interpretieren konnten. Gegen 8.30 kam er dann endlich, und somit sind wir gegen 9 Uhr im Truso Tal gestartet. Die Wanderung führte etwa eine Stunde durch einen grossen Canyon, bevor sich das Tal weit öffnet, und man an Mineralquellen, einem verlassenen Dorf, und zwei intakten Nonnenklostern vorbeiläuft. Das Ende des Tals wird durch eine alte Festung markiert. Wir sind dort umgedreht und auf dem Weg zurück vorbei an einem Kristallklaren kleinen See aus dem es sprudelte. Nach knapp 21 Kilometern waren wir dann auch froh dass unser Taxifahrer bereits wie vereinbart um 14h auf uns wartete, wir hatten da so unsere Zweifel… 😊

Am selben Nachmittag sind wir dann mit der Marshrutka zurück nach Tiflis gefahren um dann im Anschluss den Nachtzug nach Zugdidi zu nehmen. Ziel war Mestia in Svanetien, die als schönste Wanderregion Georgiens gilt, da sie so abgeschieden liegt. Um 6 Uhr morgens sind wir in Zugdidi angekommen, und mussten dann nochmals vier Stunden Marshrutka fahren. Bei dieser Fahrt haben wir die etwas andere Seite der georgischen Gastfreundschaft kennen gelernt. Der Busfahrer hielt mehrfach (manchmal auch auf Anfrage der georgischen Mitfahrer) in Kaffees oder Geschäften an. Wir und noch drei andere Touristen wussten nie genau warum und wielange wir eine Pause machen. Bei einem Stopp wurde dann plötzlich noch der Reifen gewechselt und schliesslich bekamen Fahrer und Beifahrer ihr Frühstück serviert. Man muss also auch viel Gedult mitbringen, wenn man mit der lokalen Bevölkerung unterwegs ist 😊.

Gegen 10.30 Uhr sind wir endlich in Mestia angekommen, und wir konnten zum Glück direkt ins Guesthouse. Den Rest des Tages haben wir nur noch entspannt bei strahlendem Sonnenschein, und somit war die Busfahrt vom morgen schnell vergessen. Heute haben wir auch einen «Ruhetag» gemacht, da wir in den nächsten Tagen wieder längere Wanderungen planen.

On Tuesday morning we left Gori for Kazbegi. First, we had to take the Marshrutka back to Tbilisi as there is no direct connection. From Tbilisi, we took another Marshrutka to Kazbegi, which is about three hours north, just before to the Russian border. We drove past a big reservoir and over a 2400m high mountain pass.

Arrived in Stepanzminda, that’s the official new name of Kazbegi, we spent the first half hour looking for our guest house, because the GPS gave us a wrong address. We eventually found it and were warmly welcomed. From the first minute on the hostess Vera only addressed us with “my lovely”, “my dear”, or “my boy” 😊. We spent the rest of the day with delicious coffee and cake in an old bus, which was converted into a café in order to plan our hikes for the next days.

The next morning, we got up early because there was a long hike with many meters of altitude on the program. First destination was the Gergeti Trinity Church, probably the most photographed object in Georgia. The church is located at the bottom of Kasbek, a 5047 meters high and very impressive mountain. The climb up to the church was about 400 meters in altitude, and we arrived there around 9 o’clock, so before the stream of tourists (unfortunately a road has been built that leads directly to the church in the meantime, so that latest around noon there are crowds of tourists running around). We were really lucky with the weather, because apparently the peak of Kazbeg is mostly covered in clouds, but that day the sun was shining all day. After a short break with a wonderful view of the village and the mountain we continued our ascent towards the glacier below the mountain. On the way up we met Ingrid and Thomas, an elderly couple from Austria, who greeted us with  “Grüss Gott”. Together, we then mastered the rest of the ascent – partly over larger snowfields – and took a break at the top with a magnificent view of the glacier and the mountain. The two were very nice and entertaining, especially because they have seen many places across the globe with their motorhome, a 25-year-old jeep with living attachment, and thus had many stories to tell. Since we climbed up to 3000m (Kazbegi is at 1800m), we were happy when we were back in the valley around 15.00 to enjoy the rest of the sunny day with a piece of cake and a coffee.

The second hike in the region took us into the Truso Valley the next morning. The evening before we had arranged a ride with a taxi driver who was supposed to pick us up at 8 o’clock and we were curious if it would work out. Since he didn’t speak English himself, we used one of his colleagues as a translator. The next morning, we were at the meeting point as agreed at 8 o’clock, but he didn’t show up. After some time, we called him and he said something which we didn’t understand and later interpreted as “I’m coming” in Russian. Around 8.30 he finally came, and so we started out trek at 9 o’clock in the Truso valley. The hike took us through a large canyon for about an hour before the canyons opens up and the landscape changes into a wide, green valley. We passed mineral springs, an abandoned village and two intact nunneries. The end of the valley is marked by an old fortress. We turned around there, and on our way back, passing a crystal-clear little lake, the landscape looked different again. After about 21 kilometers we were glad that our taxi driver was waiting for us at 14h as agreed (for some reason we had our doubts… 😊)

At the same day we returned with the Marshrutka to Tiflis, and then took the night train to Zugdidi. Our destination was Mestia in Svanetia, which is considered to be the most beautiful region in Georgia because it is so remote. At 6 a.m. we arrived in Zugdidi, and then had to drive another four hours Marshrutka to Mestia. The trip was less fun than the previous ones. The bus driver stopped several times, without telling us what was going on or if it was a break. During one stop they changes one tire all of the sudden, and we sat there for about 45 minutes, when suddenly the driver and co-driver got their breakfast served. So you should definitely learn to be patient when travelling with locals 😊.

Around 10.30 we finally arrived in Mestia, and luckily we were able to check in the guesthouse straightaway. The rest of the day we just relaxed, with great weather, and so the bus ride from the morning was quickly forgotten. Today we also did a “rest day”, because we are planning longer hikes in the coming days.

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