Über die georgische Gastfreundschaft // Georgian hospitality

Nachdem wir zwei Tage in Udabno waren, haben wir das Wochenende wieder in Tiflis verbracht. Das Höhlenkloster Davit Gareja und die Natur dort haben uns sehr beeindruckt. Leider war die Rundwanderung, die auch ganz kurz durch Aserbaidschan führt gesperrt.

Die zwei an der Grenze stationierten Soldaten, die mitten in den Bergen Wache halten, liessen keinen Touristen durch. Scheinbar hängt dies von der aktuellen Lage der politischen Beziehungen zwischen Georgien und Aserbaidschan ab. Dennoch hat sich der Ausflug sehr gelohnt. Auch die Übernachtung im Oasis Hostel ist sehr empfehlenswert. Das Hostel liegt im kleinen verschlafenen Dorf Udabno zwischen Kuh-und Pferdewiesen. Die Ruhe und unendliche Weite haben uns super gut gefallen.

Am Freitag Mittag ging es dann zurück nach Tiflis. Da nur einmal am Tag der Bus vorbei kommt, haben wir uns dazu entschlossen Autostopp zu machen. Manuel hat ein Schild vorbereitet und so haben wir uns an den Strassenrand gestellt und auf das nächste vorbeifahrende Auto gewartet. Das Glück liess aber nicht lange auf sich warten, denn innerhalb der ersten Viertelstunde kam ein älterer Herr mit einem alten Opel Corsa angefahren, der uns direkt mitgenommen hat. Wir haben uns mit Zeichensprache verständigt und die ein oder andere Schweissperle geschwitzt, weil er immer ganz stolz sagte er könne fahren wie Michael Schumacher 😊. Als er uns einmal abgesetzt hatte, haben wir noch einen ganzen Laib Käse geschenkt bekommen, den wir nicht ausschlagen konnten.

Da zufällig zwei Freundinnen von mir (Katia) aus Zürich auch in Tiflis waren, haben wir die Gelegenheit gerne genutzt um uns Freitag Abend zu ein paar Drinks in der Fabrika zu treffen. Die Fabrika ist ein grosser Fabrikkomplex in dem ehemals eine Näherei angesiedelt war und heute ein Hostel sowie viele Cafés, Pop-up Stores und Co-Working Spaces. Fast ein bisschen Berlin Style mitten in der Altstadt von Tiflis.

Fabrika Tiflis

Der 26. Mai ist in Georgien der Tag der Unabhängigkeit und wird gross gefeiert. Daher waren in der ganzen Stadt Aktivitäten wie Zeremonien, Konzerte und Ausstellungen. Viele Teile der Stadt waren gesperrt für Autos und so haben wir uns in das volle Geschehen gestürzt. Am Abend hatten wir die Ehre mit Shota, einem georgischen Bekannten (dessen Kontakt wir über einen Freund aus Zürich hatten) und dessen besten Freunden den «Indepence Day» zu feiern. Es ging in ein typisch georgisches Restaurant. Shota hatte uns schon vorgewarnt, dass es ein langer und feuchtfröhlicher Abend werden würde. Scheinbar ist es in Georgien ganz normal, dass man seinen eigenen Wein mit ins Restaurant nimmt und daher hatte er einen 10-Liter Kanister Weisswein für den Abend mitgenommen. Es war ein äusserst amüsanter Abend mit leckerem (auch wenn in viel zu grossen Mengen) Essen und traditionellen georgischen Tanzeinlagen zwischendurch. Um nochmal auf den georgischen Wein zu sprechen zu kommen: Da es hier so viele Weingebiete gibt, produzieren viele Georgier ihren eigenen Wein. Wenn man sich dann Abends Essen und trinken trifft, wird ein «Toast-Master» bestimmt, das heisst jemand der immer das Kommando zum Trinken gibt und dabei kurz erklärt worauf er denn eigentlich anstossen möchte. Und so kam es, dass wir auf die Freundschaft, die Freiheit, den Frieden, die Liebe, die Gastfreundschaft, die Zukunft, das belgische Bier….und dann schwinden die Erinnerungen langsam, denn es wurde Mitternacht und der Kanister Wein war leer 😊. Es war jedenfalls ein unvergesslicher Abend, der voll und ganz bewiesen hat, dass die Georgier überaus gastfreundliche Menschen sind.

Heute sind wir nach Gori aufgebrochen, um uns die Höhlenstadt Upliszische anzuschauen sowie das Stalin Museum (da Gori der Geburtsort Stalin’s ist). Upliszische war sehr beeindruckend und ist einen Besuch wert. Das Stalin Museum hingegen ist etwas fragwürdig, da es Stalin und die Sowjetunion eher verherrlicht und gar nicht auf die negativen Seiten eingeht.

Morgen geht es dann in die Berge nach Kazbegi, wo wir ein paar Tageswanderungen machen möchten. Wir freuen uns nun beide nach knapp zehn Tagen aus der Stadt rauszukommen und in den nächsten Tagen die Ruhe der Berge zu geniessen.

After two days in Udabno we spent the weekend back in Tbilisi. The cave monastery David Gareja and the nature out there were impressing. Unfortunately, the hike (which also briefly leads through Azerbaijan) was closed. The two soldiers stationed at the border in the middle of the mountains did not let any tourists through. Apparently, this depends on the current situation of political relations between Georgia and Azerbaijan. Nevertheless, the trip was very worthwhile. The overnight stay in the Oasis Hostel is also recommendable. The hostel is located in the small sleepy village named Udabno between cow and horse meadows. We really liked the peace and infinite vastness.

On Friday noon we went back to Tbilisi. Since the bus passes only once a day, we decided to hitchhike. Equipped with a self-made poster, we waited at the roadside for the next passing car. Luckily after 15 minutes an elderly man with an old Opel Corsa arrived, who took us directly with him. As he only spoke Georgian, we communicated in sign language with him and sweated one or the other sweat bead, because he always said proudly that he could drive like Michael Schumacher 😊. Once he had dropped us off, he even gave us a whole loaf of cheese that we couldn’t refuse.

Two friends of mine (Katia) from Zurich were also in Tbilisi and therefore we met for a few drinks in the “Fabrika” on Friday evening. The Fabrika is a big factory complex which used to be a sewing shop but was transformed into a hostel as well as hosting many cafés, pop-up stores and co-working spaces. It felt a bit like Berlin style in the middle of the old town of Tbilisi.

May 26th is Georgia’s Independence Day and is celebrated with great success among Georgian people. Therefore, there were activities like ceremonies, concerts and exhibitions in the whole city. We took the opportunity to stroll through the city and have a closer look at all events. In the evening we had the honour to celebrate “Indepence Day” with Shota, a Georgian friend (whose contact we had through a friend from Zurich) and his best friends. We went to a typical Georgian restaurant. Shota had already warned us that it might become a long and merry evening. Apparently, it is quite common in Georgia to take your own wine with you to the restaurant and so Shota had taken a 10 liter bottle of white wine with him for the evening. We spent a great evening with tasty food and traditional Georgian dances. To come back to the Georgian wine topic: Since there are so many wine regions here, many Georgians produce their own wine. People regularly meet with friends in the evening to eat and drink. In order to make sure everyone drinks enough, a “toast master” is determined, i.e. someone who always gives the command to drink and briefly explains to what occasion he wants to toast. And so we toasted to friendship, freedom, peace, love, hospitality, the future generations, Belgian beer….and then the memories slowly fade away because it was midnight and the bottle of wine was empty 😊. Anyway, it was an unforgettable evening it fully proved that Georgians are extremely hospitable people.

Today we left for Gori to visit the cave town Upliszische and the Stalin Museum (as Gori is the birthplace of Stalin). Upliszische was very impressive and worth a visit. The Stalin Museum, on the other hand, is somewhat questionable, as it glorifies Stalin and the Soviet Union rather than dealing with the negative sides.

Tomorrow we go to Kazbegi in the mountains, where we plan to do a few day hikes. We are looking forward to get out of the city enjoy the peace and quiet of the mountains for the next few days.

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